Spread the love

authentizitätWenn ich mir die Beiträge der anderen Mamas und Papas so durchlese, was sie als Eltern gerne besser machen würden, dann erkennt man eine eindeutige Tendenz: Die meisten sind nicht zufrieden damit, wie sie sich als Mutter und Vater ihren Kindern gegenüber verhalten. Zu Recht? Oder gehen sie zu hart mit sich ins Gericht?

Die Zeitschrift „leben & erziehen“ hat mit dem Motto #ichwürdegerne – „Was wir als Eltern gerne besser machen würden“ – zur Blogparade aufgerufen. Auch ich habe mir aufgrund dessen ein paar Gedanken zu meinem Mama-Dasein mit zwei Söhnen im Alter von 3 und 5 Jahren gemacht. Seht, was dabei herausgekommen ist…

 

Nicht NEIN sagen können

Stimmt eigentlich nicht ganz, ich kann schon „nein“ sagen, aber ich ziehe es nicht immer konsequent durch. Ich bin manchmal zu träge und zu harmoniebedürftig, dass ich schließlich doch nachgebe: „Also gut, ausnahmsweise! Aber nur zehn Minuten Fernsehen!“. Oder ich mache im Vornherein gleich mit mir aus „Heute dürfen die Kinder iPad-spielen, im Bad mit Wasser spielen, verschwenden und verschütten, auf dem Sofa herum hopsen, sich die Hände mit Wasserfarbe anmalen (obwohl es nicht mehr richtig runtergeht, dabei ist es doch WASSERfarbe! Argh!). Ganz ohne Wenn und Aber und total entspannt!“

ideas4parents_blogparade_kinderhaende1

Aber dazu meint der Papa: „Sowas geht doch nicht! Diese Sauerei! Pure Verschwendung! Da muss man doch NEIN sagen können!“

ideas4parents_blogparade_kinderhaende2

Und dennoch rede ich mir ein, dass man auch mal etwas inkonsequent sein darf und lege das dann als Großzügigkeit, Toleranz oder Duldsamkeit aus (ja, dieses Wort gibt es tatsächlich). Aber ist das auch richtig so?

Und Apropos iPad und Fernsehen, da schlittern wir ja direkt ins nächste Laster…

 

Dem Medienüberfluss nicht widerstehen können

Ich habe zwar (noch) kein Smartphone (kann man kaum glauben, hm?), aber dafür hat mein Mann eines und ich besitze ein iPad. Das sind wunderbare Spielzeuge und so unglaublich praktisch, wenn man mal mit den Kindern unterwegs ist und im Restaurant lange aufs Essen warten muss. „Eure Kinder sind ja so brav!“ Haha, ja, solange das iPad Strom hat schon!

Ich bekomme allerdings ein schlechtes Gewissen, wenn ich dann Eltern höre, deren Kinder wirklich gar nicht Fernsehen und auch nie das Smartphone der Eltern in den Händen halten dürfen. Kinderserien wie „Bob der Baumeister“, „Pumuckl“ oder „Heidi“ kennen sie zwar auch, aber eben vorbildlich nur aus Büchern oder als Hörspiel.

ideas4parents_blogparade_kinderserien

Meine Kinder dürfen da schon mal ausgesuchte Kinder-DVDs aus der Bücherei ansehen, denn, wenn der Tag anstrengend war, dann ist das sooo entspannend, sich mit den Kindern einfach auf die Couch zu hocken und sich ein wenig berieseln zu lassen. Aber dann kommt das schlechte Gewissen: „Du machst es Dir aber einfach, Du Mutter! Spiel gefälligst mit den Kindern oder lies vor, jetzt! Statt seltsame Zeichentrickserien wie „Oktonauten“ anzusehen!“ Jaja, immer dieses olle schlechte Gewissen…

 

Wenn Du brav bist dann…

Das ist auch so ein Laster von mir und meinem Mann. Das hat sich leider leider eingebürgert, dass wir die Kinder belohnen, wenn sie brav waren. „Ja, Du warst brav, Du darfst eine Süßigkeit essen.“

Na, hast Du Dir ein Leckerli verdient??
Na, hast Du Dir ein Leckerli verdient??

Oder eben nicht belohnen, wenn sie nicht brav waren. „Nein, heute nur eine ganz kurze Gutenachtgeschichte, Du warst nicht so brav.“ Oder schon im Vornherein klarstellen: „Wenn Du brav bist beim Einkaufen, dann darfst Du Dir nachher was Kleines im Spielzeugladen aussuchen.“ Macht das Sinn? Ich hätte manchmal gerne eine andere Möglichkeit an der Hand, die Kinder dazu zu bringen, das zu tun, was ich möchte. Denn eigentlich will ich es als Mama schaffen, dass die Kinder sich so benehmen, wie ich es möchte, weil sie es selber möchten… Nur, das klappt leider nicht immer.

 

Ungerechtigkeit unter den Geschwistern

Zwei Söhne im Kleinkindalter, aber trotzdem unterschiedlich im Wesen und Handeln und doch irgendwie gleich. Da kann es schon mal Meinungsverschiedenheiten geben. Zum Beispiel darin, was gespielt wird, wenn die Mama mal Zeit und Lust dazu hat. Der Kleine will Obstgarten spielen, dem Großen ist das aber zu babymäßig und will ein Feuerwehr-Spiel spielen, dafür ist aber der Kleine noch zu klein. Was also tun? Ich entscheide mich, dass ich erst mit dem Kleinen Obstgarten spiele und danach mit dem Großen Feuerwehr. Der eine freut sich, der andere fängt zu weinen an. Frage ich den Kleinen daraufhin, ob ich erst mit dem Großen spielen darf, dann läuft es umgekehrt.

Feuerwehr versus Obstgarten. Das Battle ist eröffnet...
„Feuerwehr versus Obstgarten“ – Das Battle ist eröffnet…

Bis wir uns schließlich alle streiten und ich genervt bestimme „Dann spiele ich eben mit keinem von Euch!“ Auch keine Lösung.

Ich wäre also gerne gerechter zu den Jungs, aber ich weiß nicht genau, wie ich das anstellen soll. Oder gehört es vielleicht dazu, zum Leben, solche Situationen als Eltern und als Geschwister auszuhalten?

 

Die Langeweile der Kinder aushalten

Apropos „aushalten“: Es heißt ja, man solle die Kinder nicht immer bespaßen, sondern müsse die Kinder auch mal der Langeweile aussetzen. Denn laut Psychologen beflügelt Langeweile unsere Phantasie und steigert die Kreativität. Ja, das klingt gut, ich will unbedingt die Kreativität meiner Kinder fördern. Und wenn es so einfach geht, also einfach nichts tun, super! So die Theorie.

ideas4parents_blogparade_spielzeug
Kein Spielzeug, nein, absolut gar nix zum Spielen da!

„Mama, mir ist so langweilig!! Was soll ich nur tun!“ „Mama, was können wir machen?“ Oh, immer diese Maulerei! Und dann antworte ich: „Kinder, wir haben so viele Spielsachen! Das ganze Kinderzimmer ist voll davon! Macht einfach mal eine Schublade auf!“ „Och nö, das ist alles langweilig, Mama! Und ich will nicht alleine, ich will was mit DIR spielen!!“ Herrje… Das wirkt auf mich wie ein Vorwurf, als würde ich meine Kinder vernachlässigen. Also breche ich oft ein: „Na gut, bevor Du mich die ganze Zeit volljammerst, in fünf Minuten komme ich, dann können wir was spielen oder lesen.“ Aber wo bleiben jetzt Phantasie und Kreativität? *Seufz*, nie kann man es allen recht machen…

 

Und ich meine, da liegt auch genau der Hund begraben:

Man kann es nie allen recht machen. Und so zermürbend wie dies auch manchmal ist, so lässt es einen vielleicht etwas milde stimmen mit sich selbst. Als Eltern wollen wir doch nur das Beste für unsere Kinder und sind ständig auf der Suche nach Wegen dies zu bewerkstelligen. Und manchmal sieht man dabei gar nicht mehr, wie viele Dinge im Alltag mit den Kindern eigentlich richtig gut laufen!

Daher bin ich der Meinung, dass man uns Eltern durchaus mal auf die Schulter klopfen und sagen darf „Gut gemacht! Weiter so!“. 🙂

Ein herzliches Dankeschön an das Redaktionsteam von „leben & erziehen“ für dieses spannende Blogparaden-Thema!

Und wie ist das mit Euch? Würdet Ihr auch gerne als Mama oder Papa etwas besser machen?Merken

ideas4parents - Romy

ideas4parents - Romy

Romy hat zwei sehr lebhafte und vergnügte Jungs: Blondschopf und Blauauge. Für die beiden überwindet sie ihre Höhenangst und rutscht von den höchsten Rutschen (aber bei aller Liebe, es gibt Grenzen!).
ideas4parents - Romy
Avatar for ideas4parents - Romy

Author: ideas4parents - Romy

Romy hat zwei sehr lebhafte und vergnügte Jungs: Blondschopf und Blauauge. Für die beiden überwindet sie ihre Höhenangst und rutscht von den höchsten Rutschen (aber bei aller Liebe, es gibt Grenzen!).

4 thoughts on “Blogparade – „Was ich als Mama gerne besser machen würde“ oder „Die Laster einer Mama“”

  1. Milde mit sich selbst, das finde ich sollte man ruhig öfter mal sein. Klar kann man dauernd nach Perfektionismus streben, aber wer ist schon Perfekt und vielleicht bleibt dann das ein oder andere schöne Erlebnis auf der Strecke.
    Darum auch von mir ein „Gut gemacht und weiter so!“
    Liebe Grüße Ela

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

  • #Ängste von Kindern sind auch ein Zeichen für ihre Phantasie und sie schützen vor Gefahren. Nicht jede Angst ist zum überwinden da. Wenn sich Kinder bewegen, lernen sie sich und ihren Körper kennen, erfahren hautnah ihre Angst und auch ihren Mut. 
Ich als Mama habe Respekt vor dem Handstand und lerne ihn in kleinen Schritten, zunächst an der Wand.😉 Wie lebst Du Deinen Kindern vor, dass Du auch Angst hast, die Du manchmal da sein lässt und manchmal überwindest? 
@ichundduunddu.de #ideas4parents #januarmitkindern
  • #wortdestages ist bei uns SPIEL. Das Leben mit Kindern ist ein Spiel. Dazu zählt

#outofthebox Denken, 
Bewusstsein für das eigene (Spiel-)Verhalten, 
sich selbst und den Kindern verzeihen können, Vertrauen in Veränderung (neues (Spiel-)Verhalten) und zusammen das Leben lernen. 
Was machst Du heute zum Wort des Tages für Dich und für Deine Familie?

@ichundduunddu.de #ideas4parents #januarmitkindern
  • Drei #angewohnheiten&ticks von unserer tollen Tochter (kurz: Toto) sind gerade:
Überall rauf klettern,
alles sammeln, was sie draußen findet,
der Satz "das muss ich mir noch überlegen." Wir Eltern üben viel Geduld, denn alle dieser Angewohnheiten gehen mit Zeit sehr großzügig um 😉 Was sind die Ticks Highlights bei euren kids?

@ichundduunddu.de #ideas4parents #januarmitkindern
  • #wald&wiesen beobachten, dem Mond beim Leuchten zusehen, Stöcke sammeln, die feuchte Wiese spüren, auf Bäume klettern, hinter Bäumen verstecken, im Garten in der Feuerschale ein Feuer machen...Wir lieben die Natur!  Was gefällt Dir und Deinen Kindern in der Natur?

@ichundduunddu.de #ideas4parents #januarmitkindern
  • #nähe: Kinder sehen, so als würde man sich zum ersten Mal treffen und sich genau in die Augen schauen. Wie oft haben wir Eltern eine feste Vorstellung von unseren Kindern! Weg von der festen Vorstellung und nahe beim einzigartigen Moment kommen wir Eltern unseren Kindern näher. 
@ichundduunddu.de #ideas4parents #januarmitkindern
  • Was wirklich wichtig ist: 5 Sätze für jeden Tag, die dir helfen, deine Beziehung zu deinem Kind täglich positiv zu gestalten.

#ideas4parents #beziehung #alltagmitkind #spielen #wertschätzen #liebhaben
  • #kinder&medien: Mal üben Geräte eine sehr große Anziehungskraft auf unsere Tochter aus und ein anderes Mal fragt sie mich: Müssen wir den Film anschauen? Ich habe noch so viel vor."😉 Glaubst Du auch nicht, dass Verbote von Medien in unsere Zeit passen oder wenn doch, warum?

@ichundduunddu.de #ideas4parents #januarmitkindern
  • Die #nähe der Eltern zu ihrem Kind: Wann gibst Du als Mama oder als Papa Halt und wann lässt Du Dein Kind frei? Braucht mein Kind gerade Schutz oder brauche gerade ich Vertrauen? Eine spannende Frage jeden Tag!

@ichundduunddu.de #ideas4parents #januarmitkindern

Folgt uns auf Instagram