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Séverine, alias Mama on the rocks ruft zur Blogparade auf: Mama4gets, wenn Mütter vergesslich werden. Gemeint ist die Vergesslichkeit nach der Schwangerschaft und nach der Stillzeit, die sogenannte „Mamademenz.“ Das klingt nicht verlockend, so irreversibel und alt. Laut Wikipedia ist die häufigste Demenzform die Alzheimer-Krankheit, fortschreitend und unumkehrbar, nach aktuellem Wissensstand. Das Leitsymptom einer Demenz ist die Gedächtnisstörung. Wenn wir also mit einem zwinkernden Auge von der Mamademenz sprechen, wissen wir zunächst, dass Mama etwas vergessen hat. Tatsächlich scheinen unsere Gedächtniszellen manchmal Urlaub zu beantragen oder sie wollen auf Teilzeit verkürzen. Müssen wir in solchen Momenten nur warten, bis unsere Erinnerungsfähigkeit in den Betriebsmodus umschaltet und hoffen, dass es nicht zu spät ist?

Mein Filmriss

Ich habe die Hauptuntersuchung meines Autos ganze zwei Jahre lang übersehen. Da dann schon wieder die nächste fällig wird, hat der Zeitpunkt wieder gepasst. Der eigene Hochzeitstag ist mir und meinem Mann fast ganz entschlüpft, aber nur einmal. Der verkramte Autoschlüssel lag im Schirm (wie er dahin kam, ist eine andere Geschichte und ich könnte sie nur verzerrt wiedergeben). Die verlegte Brille zum Autofahren konnte ich zum Glück abschreiben, denn der Zweitschlüssel unseres Autos hospitierte sowieso noch im Rucksack meines Mannes. Dafür hatten wir eine nette Begegnung mit dem Nachbarn, der uns Starthilfe gegeben hat, nachdem unser Licht im verschlossenen Auto ausbrannte. Meinem Mann und mir ist entfallen, wo unserer Fahrzeugschein- und brief liegt. Ich teile gern, auch das vergesslich sein. Was ist hier los in Mamas Gedächtnis?

Was unser Gedächtnis beeinflusst

Seit Schwangerschaft und Stillzeit wissen wir, dass ausbleibender oder unterbrochener Schlaf unsere Gedächtnisleistung und unsere Konzentrationsfähigkeit beeinflusst. Stimmungswende und Hormontanz verformen unsere Erinnerungen. Traumatische Erfahrungen dagegen können wie eine Tätowierung im Gedächtnis eingebrannt sein oder wie ausgelöscht erscheinen, als Schutzreaktion unseres Gehirns.

Warum wir unsere Vergesslichkeit lieben können

Kennt ihr auch ältere Mamas, die nur noch die schönen Momente von früher erinnern, weil sie vor allem die positiven Erfahrungen im Gedächtnis behalten haben? Sich jedes einzelne Detail zu merken, allein der Gedanke daran, macht mich schwindelig. Um wichtige Informationen zu merken, können wir absichtlich unwichtige Informationen ausblenden. Wie überfordert wäre unser Gehirn, wenn es alles erinnern müsste! Dass wir überhaupt vergessen können, schützt uns also auch im Alltag.

Mamas, die etwas aus den Augen verlieren, ist aber nicht entfallen, dass sie vergesslich sein können. Mamas, die meinen, ihnen würde nie etwas entgehen, haben vielleicht nur übersehen, was es war. Wenn es nicht so ist, vergesst es einfach ganz schnell.

Mein Vergessen, meine eigene vermutete (Haupt-)Ursache und mein Vorgehen

Wenn ich etwas nicht erinnere, passiert es häufig in einem kleinen Moment von Unachtsamkeit. Unachtsam gegenüber dem Moment, achtsam gegenüber etwas neuem, einem eigenen Einfall oder einem weinenden Kind, dessen Tränen getrocknet werden wollen. Es gibt tausende Situationen und sie haben alle eines gemeinsam, sie unterbrechen das, was ich gerade tue. Hat es einst unser Überleben gesichert, wenn Mamas ihre Aufmerksamkeit auf Kinder und Aufgaben verteilt haben, damit sich keines der Kinder am Feuer verbrennt? Wissenschaftler überlegen, ob Multitasking angeboren oder erlernt ist. Multitasking soll es gar nicht geben, wir können nur zwischen den einzelnen Aufgaben wechseln. Oder eine Handlung läuft fast automatisiert ab. Damals: Gehen, Kinder tragen und Beeren pflücken. Heute: Spielen, kochen und eine Aufgabe für die Arbeit erledigen. In diesem Fall müssen wir wohl zwischen den einzelnen Aufgaben hin und her wechseln. Gehen dagegen können wir so gut wie automatisiert. Haben Männer gelernt, ihre Aufmerksamkeit so zu fokussieren, damit sie den Hirschen erledigen und nach Hause bringen können und sind deswegen nicht die geborenen oder gelernten Multitasker? Ob wir Menschen sowohl das scheinbar gleichzeitige Abarbeiten mehrerer Aufgaben als auch das „Eine Handlungsprogramm“ zum Überleben gebraucht haben, weiß ich nicht.

Heute lädt mich unsere schnell erlebte Zeit nicht gerade dazu ein, mich völlig und ausschließlich einer einzigen Sache zu widmen. Ich verliere mich manchmal in meinen Aufgaben und mache vieles parallel, um der Angst, etwas nicht zu tun, oder zu verpassen, zu begegnen. Multitasking mag einen (Überlebens-)Sinn haben, aber automatisiertes Multitasking erscheint mir überflüssig. Was nun, Mama? Ich beobachte mein Multitasking und bin ziemlich erstaunt, wie oft ich es anwende, ohne, dass es die Situation erfordert und dann lasse ich es, manchmal. Was? So einfach? Ja, nur einfach, aber überhaupt nicht leicht, denn die Zeit vermehrt sich deswegen zwar nicht, wird aber völlig anders erlebt.

Wie ist das bei euch?

 

 

ideas4parents - Gila

ideas4parents - Gila

Gila ist die Frau von Andi, Ergotherapeutin, Mutter einer tollen Tochter (Toto), mit der sie die Welt mit allen Sinnen neu entdeckt.
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Author: ideas4parents - Gila

Gila ist die Frau von Andi, Ergotherapeutin, Mutter einer tollen Tochter (Toto), mit der sie die Welt mit allen Sinnen neu entdeckt.

2 thoughts on “Sind Mamas vergesslich oder sind sie gelernte Multitasker?”

  1. Hallo, So ein interessantes Thema! Ich finde überhaupt wir Mamas sollten uns öffentlich nur noch als Familienmanager bezeichnen. Kein Mensch hat so viele Termine und Aufgaben im Kopf wie eine Mama! Höchstens jemand der ein großes Unternehmen leitet und der hat dann noch bestimmt eine oder zwei Sekretärinen, Angestellte und und und! Ich bin mittlerweile auch ziemlich fit im Muttitasking ?. Vergesse aber auch öfters was. Ich denke bei all den Terminen und Aufgaben dürfen wir uns selbst gegenüber ruhig nachsichtig sein. Wir machen es alle sehr gut!
    LG, Natalia

    1. Liebe Natalia,

      Wir Mamas können uns tatsächlich selber auf die Schultern klopfen oder auch mal über uns lachen. Das fühlt sich nach Freiheit an 🙂
      Auf uns!

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  • #Ängste von Kindern sind auch ein Zeichen für ihre Phantasie und sie schützen vor Gefahren. Nicht jede Angst ist zum überwinden da. Wenn sich Kinder bewegen, lernen sie sich und ihren Körper kennen, erfahren hautnah ihre Angst und auch ihren Mut. 
Ich als Mama habe Respekt vor dem Handstand und lerne ihn in kleinen Schritten, zunächst an der Wand.😉 Wie lebst Du Deinen Kindern vor, dass Du auch Angst hast, die Du manchmal da sein lässt und manchmal überwindest? 
@ichundduunddu.de #ideas4parents #januarmitkindern
  • #wortdestages ist bei uns SPIEL. Das Leben mit Kindern ist ein Spiel. Dazu zählt

#outofthebox Denken, 
Bewusstsein für das eigene (Spiel-)Verhalten, 
sich selbst und den Kindern verzeihen können, Vertrauen in Veränderung (neues (Spiel-)Verhalten) und zusammen das Leben lernen. 
Was machst Du heute zum Wort des Tages für Dich und für Deine Familie?

@ichundduunddu.de #ideas4parents #januarmitkindern
  • Drei #angewohnheiten&ticks von unserer tollen Tochter (kurz: Toto) sind gerade:
Überall rauf klettern,
alles sammeln, was sie draußen findet,
der Satz "das muss ich mir noch überlegen." Wir Eltern üben viel Geduld, denn alle dieser Angewohnheiten gehen mit Zeit sehr großzügig um 😉 Was sind die Ticks Highlights bei euren kids?

@ichundduunddu.de #ideas4parents #januarmitkindern
  • #wald&wiesen beobachten, dem Mond beim Leuchten zusehen, Stöcke sammeln, die feuchte Wiese spüren, auf Bäume klettern, hinter Bäumen verstecken, im Garten in der Feuerschale ein Feuer machen...Wir lieben die Natur!  Was gefällt Dir und Deinen Kindern in der Natur?

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  • #nähe: Kinder sehen, so als würde man sich zum ersten Mal treffen und sich genau in die Augen schauen. Wie oft haben wir Eltern eine feste Vorstellung von unseren Kindern! Weg von der festen Vorstellung und nahe beim einzigartigen Moment kommen wir Eltern unseren Kindern näher. 
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  • Was wirklich wichtig ist: 5 Sätze für jeden Tag, die dir helfen, deine Beziehung zu deinem Kind täglich positiv zu gestalten.

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  • #kinder&medien: Mal üben Geräte eine sehr große Anziehungskraft auf unsere Tochter aus und ein anderes Mal fragt sie mich: Müssen wir den Film anschauen? Ich habe noch so viel vor."😉 Glaubst Du auch nicht, dass Verbote von Medien in unsere Zeit passen oder wenn doch, warum?

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  • Die #nähe der Eltern zu ihrem Kind: Wann gibst Du als Mama oder als Papa Halt und wann lässt Du Dein Kind frei? Braucht mein Kind gerade Schutz oder brauche gerade ich Vertrauen? Eine spannende Frage jeden Tag!

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