Blogparade Kindheitserinnerungen #4 – Meine Kindergartenzeit 1980-1982

Es ist gut und gern über 30 Jahre her, dass ich Kindergartenkind war, und versuche mich nun – dank des Blogparaden-Aufrufs von Nina von „Nina bloggt“ – daran zu erinnern…
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Und um ehrlich zu sein, es ist nicht besonders viel hängen geblieben. Ich wundere mich nicht, denn meine Mama hat mir früher immer erzählt, dass ich nicht sonderlich gerne in den Kindergarten gegangen bin. Mein Bruder war damals schon in der Schule und eigentlich war es mein Ziel, auch schnellstmöglich zu den Schulkindern dazuzugehören. Die Kindergartenzeit war daher wohl eher ein lästiges Muss.
Wenn mich jedoch mein 5-Jähriger Sohn auf längeren langweiligen Autofahrten danach fragt, ob ich ihm eine Geschichte erzählen könnte (von früher!), dann versuche ich ihm zuliebe die alten Geschichten wieder auszugraben…
 

Mein 1. Kindergartentag

Komischerweise kann ich mich an diesen Tag besonders gut erinnern. Ein offenbar einschneidendes Erlebnis. 🙂 Ich weiß noch, ich kannte keins der Kinder im Kindergarten, war also erst einmal „allein“. Aber so schlimm fand ich das gar nicht. Denn in der Mitte des Gruppenraumes befanden sich ein großer rechteckiger heller Holztisch und darauf viele bunte Stifte und weißes Papier. Meine erste Tätigkeit im Kindergarten war, mir eins der Papiere zu schnappen und zu malen. Und zwar „Bussi Bär“.
Wer kennt noch „Bussi Bär“? Den gibt es sogar heute noch, wie ich festgestellt habe. Ich war damals jedenfalls einer der größten „Bussi Bär“-Fans und konnte Bussi Bär, den rund köpfigen orangen Bären mit den großen Kulleraugen, aus dem Stegreif malen! 🙂 Leider sind von damals keine Nachweise mehr vorhanden, aber ich bin davon überzeugt, dass meine Zeichenkünste grandios waren. 😉 Jedenfalls hat mir „Bussi Bär“ damals den ersten Kindergartentag gerettet… 🙂
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Das „Missgeschick“ am 1. Kindergartentag

Wenn mich die Kindergärtnerin meines 3-Jährigen Sohnes darauf anspricht, dass heute leider ein kleines „Missgeschick“ passiert ist, dann finde ich das eigentlich nicht schlimm. Ich frage meinen Sohn dann aber trotzdem, warum das denn passiert sei. Und praktisch immer kommt die Antwort „Das weiß ich nicht, Mama…“. Und ich frage mich dann immer, warum er das nicht weiß…
Meine Erinnerung von vor über 30 Jahren hat mir da die Augen geöffnet… Und zwar kam es, wie es kommen musste, ich musste mal im Kindergarten. Die Kindergärtnerin hatte mich noch gefragt, ob ich das schon alleine könne und ich hatte bejaht. Natürlich konnte ich das alleine. Als ich dann das Klo vor mir sah, da fiel mir plötzlich meine Mutter ein: „Wenn Du mal musst und das ein fremdes Klo ist, dann setz Dich nicht drauf, das könnte schmutzig sein!“ Okay, ich wollte brav sein, also habe ich mich eben nicht auf die Klobrille gesetzt, sondern versucht, das irgendwie im Stehen hinzukriegen…
Kurz darauf kam die Kindergärtnerin, um nach mir zu sehen. Ich hatte wohl schon eine ganze Weile damit verbracht, mir das eigens vollbrachte „Missgeschick“ anzusehen. Die Kindergärtnerin zog mir dann eine frische Unterhose aus dem Kindergarten an. Als mich meine Mutter dann später abholte und erfuhr, dass ich frische Unterwäsche vom Kindergarten bekommen hatte, da wurde sie plötzlich sauer. Sie hatte sich geärgert, dass ich aus ihrer Sicht in die Unterhose gemacht hatte. Und dann kam die Frage aller Fragen: „Warum ist Dir das passiert?“ Und darauf folgte die Antwort aller Antworten: „Ich weiß es nicht.“ Und ich weiß auch bis heute nicht, warum ich es nicht geschafft hatte, ihr zu sagen, warum meine Unterhose wirklich nass geworden war. Dabei wollte ich doch eigentlich alles nur richtig machen. Ziemlich dramatisches Erlebnis, oder? 😉

Mein 5. Geburtstag im Kindergarten

An die Namen meiner Kindergarten-Freundinnen kann ich mich nicht mehr erinnern, aber als ich meinen 5.Geburtstag gefeiert habe, durften sie sich an meinen Geburtstagstisch setzen und Kuchen essen. Und da war ein Mädchen, das war eigentlich gar nicht meine Freundin, aber sie war so hübsch!!! Sie hatte einen blonden Pagenkopf und große blaue Augen und hat immer gelächelt! Als sie dann neben mir saß und vor ihr der Kuchen, da verging mir plötzlich der Appetit. Sie konnte überhaupt nicht richtig essen! Alles fiel auf den Boden und ihr Mund war komplett verschmiert, ebenso die Hände und ihre Kleidung. Ich fand das in dem Moment so widerlich, dass dieses Mädchen nie wieder neben mir saß. Jaja, Kinder können eiskalt in ihrem Tun sein… 🙂
Im Nachhinein ist mir klar, dass dieses Mädchen deutlich jünger gewesen sein musste als ich, aber damals hab ich mich total gewundert, warum sie noch nicht sauber essen konnte.
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Das Kaleidoskop

Aber der 5. Geburtstag ging ja noch weiter: Jedes Geburtstagskind bekam nach dem Kuchenessen vom Kindergarten ein kleines Geschenk. Die Kinder vor mir hatten alle ein Kaleidoskop geschenkt bekommen. Ich fand diese Kaleidoskope sooo toll! Und ich war jetzt auch bereit, meines in Empfang zu nehmen. Denkste! In meiner Erinnerung ist verloren gegangen, was ich geschenkt bekam – alles was ich noch weiß, ist, dass es jedenfalls kein Kaleidoskop war!! Ich war so enttäuscht!
(Mein Mann hat mir dann, nachdem ich ihm diese Geschichte erzählt hatte, ein Kaleidoskop zum Geburtstag geschenkt, um dieses Trauma erfolgreich zu überwinden! Und was soll ich sagen, ich habe es geschafft! 🙂 )
Was für ein aufregender 5. Geburtstag!
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Der Nikolaus

Eine letzte Erinnerung, die ich an meine Kindergartenzeit habe ist Nikolaus. Der Nikolaus, ein verkleideter Mann (das war mir damals schon klar) saß vor allen Kindern auf einer kleinen Bühne. Wir Kinder wurden alle nacheinander aufgerufen und der Nikolaus erzählte ein paar Dinge über uns und überreichte dann jedem Kind ein kleines Säckchen mit Mandarinen und Schokolade. Manche Kinder hatten Angst vor dem Nikolaus – ich nicht. Ich wusste, ich hatte nichts zu befürchten, denn ich war ja brav gewesen.
Dann rief er meinen Namen auf. Ich ging freudig auf ihn zu und lächelte erwartungsvoll, da ich davon ausging, er würde mich in den höchsten Tönen loben. Doch dann wurde der Nikolaus ernst und meinte, ihm sei zu Ohren gekommen, dass ich nicht brav gewesen war! Und genau ab dem Zeitpunkt verlässt mich urplötzlich meine Erinnerung… Ich weiß nur noch, ich habe nach der Nikolaus-Ansprache mein Nikolaus-Säckchen gepackt und bin – etwas beleidigt – abgerauscht! Wissend, dass es mein letztes Mal Nikolaus im Kindergarten gewesen war. 🙂

Man beachte den Gesichtsausdruck des Nikolauses...
Man beachte den Gesichtsausdruck des Nikolauses…

 
Und wie war das bei Euch im Kindergarten? Habt Ihr auch gute oder vielleicht seltsame Erinnerungen an diese Zeit? Und könnt Ihr Euch auch noch an den Nikolaus im Kindergarten erinnern?
Vielen Dank nochmal an Nina von „Nina bloggt“ für diese schöne Idee, sich an die eigene Kindergartenzeit zu erinnern! 🙂
 
 
 
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2 thoughts on “Blogparade Kindheitserinnerungen #4 – Meine Kindergartenzeit 1980-1982

  1. Wie konnte ich jemals Bussi Bär vergessen!?
    Ich habe ihn so geliebt als kleine Ela. Gibt es diese Magazine dann auch noch? Muss ich mal beim nächsten Mal im Zeitschriftenladen gucken.
    Danke für diese kleine Reise in die Vergangenheit, das war super amüsant und hat mich zum Lächeln gebracht.
    Liebe Grüße Ela

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