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Bei uns sind Schränke und Schubladen voll damit, nein, sie quillen über! Im Wohnzimmer liegt es überall herum und im Keller lagern mehrere Kisten und Taschen voll: Spielzeug! Und dann kommt doch immer die Frage aller Fragen:

„Was sollen wir spielen?“

Wieviel Spielzeug braucht mein Kind eigentlich?

Als wir letztens bei Oma zu Besuch waren gingen sich Blondschopf (7) und Blauauge (4) mal wieder auf die Nerven (und den Eltern somit auch). Angeblich, weil sie einfach nicht mehr wussten, was sie spielen sollten. Doch Tatsache ist, da war genug Spielzeug! Überall lag es herum! Da beschlossen wir kurzerhand, den kleinen Wald in der Nähe zu erkunden und dort ein bisschen frische Luft zu schnappen.

„Spazieren gehen? Im Wald?…Och neee!! Keine Lust!“, meinte gleich unser großer Sohn und der Kleine stimmte ihm sofort zu. „Langweilig! Warum müssen wir immer frische Luft schnappen???“ „Wir wollen fernsehen!!“ „Ja!!!“ Darin waren sie sich also wieder einig… Doch nix da!

Glücklicherweise hatten wir die Walkie Talkies mitgenommen und so schafften wir es, unseren Kindern das Spazierengehen etwas schmackhafter zu machen und sie zu überreden.

Lockmittel Walkie Talkie…

Im Wald…

Erst waren die Walkie Talkies noch total interessant und es wurden – einige Meter voneinander entfernt – verschiedene Botschaften an den jeweiligen Bruder durchgegeben. Doch auf einmal – ich konnte es kaum glauben – waren sie nur noch Nebensache. Denn die Natur hatte es geschafft, die volle Aufmerksamkeit meiner Kinder auf sich zu lenken.

„Stoooopp!“, schrie Blauauge plötzlich ganz panisch. „Ich hab eine Spur gefunden!“, jubelte Blauauge kurz darauf und zeigte uns ganz stolz die Spur eines Pferde-Hufeisens. Plötzlich waren die Jungs voll auf Entdecker-Modus geschalten.

Dann: Wer findet den schönsten, größten, kleinsten, glattesten Stock? Spannend, wie fühlt sich die Rinde an? Kann man die Rinde abziehen? Iiih, das ist ja ganz glitschig…

Während meine Kinder voller Elan im Matsch waten, ihre Hosen dreckig machen und die erdigen Finger an der Jacke abstreifen, übe ich mich darin, mich zurückzuhalten und die Kinder einfach nur machen zu lassen. (Ich sage mir immer wieder vor „Das kann man wieder sauber machen, der Fleck geht wieder raus, keine Panik!!“) Denn ich befürchte, wenn ich sie unterbreche und in ihrem Tun zügle, dann verlieren sie die Lust am Entdecken und Spielen. Denn nichts anderes tun sie hier im Wald, der ihnen von zuhause so langweilig erschien.

Und das Tolle ist, sie suchen sich ihr Spielzeug selbst. Sie sammeln Stöcke und Steine, finden plötzlich Pilze, wollen wissen, wie die Pflanze heißt, berühren feuchtes Moos, untersuchen Blätter und kleine Käfer und riechen – ganz nebenbei – die wunderbare Waldluft.

Wie fühlt sich Moos an?

Natur tut gut…

Am Hang greifen sie nach den am Boden liegenden Tannenzapfen und werfen sie hinab. Wie weit kann ein Tannenzapfen fliegen? Sie suchen und entscheiden selbst, was sie mit den Dingen tun, die ihnen der Wald, die Natur zu bieten hat. Das ist schön, sie haben Freude am Erkunden und Entdecken, ohne, dass wir als Eltern eingreifen oder vorschlagen.

Nicht immer ist also Spielzeug von Nöten, um die Kinder zu beschäftigen. Eigentlich brauchen sie nur ganz wenig, um zufrieden spielen zu können. Die Kinder können hier ihren natürlichen Bewegungsdrang ausleben und müssen nicht erst dazu animiert werden, weil sie ganz von alleine wissen wollen, was gibt es hinter dem Waldhügel zu entdecken oder wie fühlt es sich an, über die knorrige Baumwurzel zu balancieren? Und was war das für ein Geräusch? Ein Specht, der gegen einen Baum hämmert? Ganz nebenbei bekommen sie ein Gespür für sich selbst und die Zusammenhänge der Natur.

Natur stärkt unsere Kinder in ihrem Selbstwertgefühl, stärkt sie in ihren Sinnen, stärkt ihr Immunsystem, stärkt sie in ihrer gesamten Wahrnehmung. Doch leider verlagert sich der Spielort unserer Kinder zunehmend nach drinnen, oft sind die „freien“ Nachmittage durchgetaktet und durchorganisiert. Zu wenig Zeit bleibt da übrig, um die Kinder einfach mal draußen machen zu lassen, ganz ohne Zeitdruck und Einwände der Eltern.

Leider können wir als Stadtmenschen nicht jeden Tag in den Wald gehen, aber manchmal reicht auch schon der kleine Park in der Nähe. Wir sollten in der Hektik des Alltags nie die Wirkung der Natur vergessen und dass unsere Kinder nicht immer das neueste Spielzeug brauchen oder das aktuellste Computerspiel spielen müssen. Die Natur hat so viel zu bieten und ich finde, das sollten auch unsere Kinder lernen zu schätzen. Und wenn wir als Eltern ihnen die Möglichkeit dazu bieten, dann werden sie diese auch ergreifen. 🙂

Geht ihr mit euren Kindern gerne in die Natur und lasst sie erkunden? Oder findet ihr vielleicht, dass Spazierengehen in der Natur überschätzt wird? Lasst es mich wissen und schreibt einen Kommentar, ich freue mich über eure Meinungen.

Viele liebe Grüße

Eure ideas4parents-Romy

 

ideas4parents - Romy

ideas4parents - Romy

Romy hat zwei sehr lebhafte und vergnügte Jungs: Blondschopf und Blauauge. Für die beiden überwindet sie ihre Höhenangst und rutscht von den höchsten Rutschen (aber bei aller Liebe, es gibt Grenzen!).
ideas4parents - Romy

Author: ideas4parents - Romy

Romy hat zwei sehr lebhafte und vergnügte Jungs: Blondschopf und Blauauge. Für die beiden überwindet sie ihre Höhenangst und rutscht von den höchsten Rutschen (aber bei aller Liebe, es gibt Grenzen!).

4 thoughts on “Wieviel Spielzeug braucht mein Kind?”

  1. Walki-Talki sind eine super Idee – irgendwo müssten die aus meiner Kindheit noch herumliegen…
    Uns war von Anfang an klar, dass wir die Spielsachen im Grunde für uns selbst kaufen. (Aber das macht so viel Spaß! :-D) Der Prinz braucht nichts weiter, als die Möglichkeit, herumzurennen. Egal, ob drinnen oder draußen. Fangen, Verstecken, Buden bauen oder einen Haufen Äste als Biberbau bespielen und er ist glücklich. Dass er nichts braucht, ist besonders auf Reisen sehr praktisch 🙂
    Andererseits verstehe ich auch die Stubenhocker gut, denn ich war selbst einer. Als Kind hätte ich in den Ferien das Haus zwei Wochen lang nicht verlassen, wenn man mich nicht dazu genötigt hätte ^^ (Ich war allerdings kein Fernsehfan, sondern eher der Barbie- und Basteltyp.)

    1. Das ist ja toll, dass Dein Sohn sonst nichts braucht als beispielsweise Äste, um glücklich zu sein. 🙂 Bei meinen beiden Söhnen ist es tagesabhängig, heute z.B. waren wir an der Isar und sie haben sich einen ganzen Nachmittag nur mit Steinen und dem Fluss beschäftigt. Das war richtig schön anzusehen!
      Vielen Dank, dass Du Deine Erfahrungen mit uns teilst! 🙂
      Liebe Grüße, Romy

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