Wollt Ihr mit mir eintauchen in das Weihnachten meiner Kindheit vor über 30 Jahren?
Und wie war das bei Euch als Ihr noch Kind wart? Habt Ihr ans Christkind geglaubt oder an den Weihnachtsmann? Wer hat den Christbaum geschmückt? Wem kamen bei „Stille Nacht – Heilige Nacht“ auch immer die Tränen?
Das Weihnachten aus meiner Kindheit verbinde ich hauptsächlich mit der Vorfreude auf die Geschenke. Da brauche ich nichts schönreden, von wegen weihnachtlich kitschigen Gefühlen oder dem Klischee der „staden Zeit“. Nein, mir ging es als Kind hauptsächlich darum, dass ich am Ende Geschenke bekomme, und auch gerne viele.
Rückblickend klingt das ganz schön undankbar. Mir war als kleines Kind nicht bewusst wie gut es mir ging und mit wie viel Liebe, Hingabe und Anstrengung es verbunden war, meinem älteren Bruder und mir ein solch schönes Weihnachten zu gestalten. Einiges von „Weihnachten & Co“ blieb mir noch gut im Gedächtnis und diese Erinnerungen möchte ich gerne mit Euch teilen.
Der Schoko-Adventskalender
Von den weihnachtlichen Vorbereitungen merkte ich nicht viel. Ich wusste nur, als wir endlich den Schoko-Adventskalender bekamen, dass die Zeit bis Heiligabend nun überschaubar war. „Aber die Türchen vom Kalender nicht vorher aufmachen, gell!“, mahnte unsere Mutter. Und natürlich habe ich nicht auf sie gehört und trotzdem versucht die Türchen nur so weit zu öffnen, dass man sie auch wieder schließen konnte. Hat nicht immer funktioniert. Die Neugier war einfach unaufhaltsam.
Das weihnachtliche Putzen
An Weihnachten selbst war eigentlich immer Hektik angesagt. Meine Mutter hat auf einmal der Putzfimmel gepackt und schon vormittags damit angefangen, das gesamte Wohnzimmer zu reinigen. Nicht nur staubsaugen. Nein, es musste auch in allen Regalen Staub gewischt werden. Ich habe ihr zwar ein bisschen beim Putzen geholfen, aber nie einen Sinn dahinter gesehen, das unbedingt am Weihnachtstag machen zu müssen. Ausgerechnet wenn meine Mutter eh schon immer sagte, wie stressig alles sei. Aber ihr war es wichtig, sie wollte es eben richtig schön haben, wenn Heiligabend ist.
Der Christbaum für Weihnachten
Den Christbaum haben wir immer zusammen geschmückt. Dieser ging bis zur Decke und jedes Jahr wieder ärgerte sich mein Vater über den Christbaumständer, der nichts taugte. Er hackte auf unserem Balkon am Baumstamm so sehr ein, dass die Späne nur so flogen. Der Baum weigerte sich vehement, gerade und fest zu stehen. Aber schließlich hatte er es doch jedes Mal geschafft, ihn so aufzustellen, dass alle in der Familie zufrieden waren. Und dann kamen die großen roten und goldenen Christbaumkugeln, das goldene Lametta und die echten roten Kerzen – schöööön! Ja, und tatsächlich echte rote Wachskerzen. Die Gefahr, dass mal eine Kerze den gesamten Baum abfackeln könnte, war zwar gegeben, ist aber nie eingetreten. Dafür brannte mal unser Adventskranz, den aber konnte meine Mutter gekonnt mit dem Inhalt einer Vase löschen.
Das Weihnachtsessen
Nach dem Christbaum-Schmücken ging das Kochen los. Wir Kinder sind da oft vors Haus gegangen und haben gespielt und versucht Schneemänner zu bauen, die man dann von unserer Wohnung im 8. Stockwerk gut sehen sollte. In der Wohnung liefen währenddessen die Vorbereitungen fürs Essen: Kartoffel schälen, Reis kochen, Soßen mischen, Nachspeise anrühren, Salat putzen. Meine Mutter hat an Weihnachten immer viel gekocht. Schweinebraten oder Filet mit vielen verschiedenen Beilagen, dazu Salat und natürlich immer einer Nachspeise, wie z.B. Pudding. Sie hat sich immer so viel Arbeit gemacht. Aber wussten wir das als Kinder damals zu schätzen?
Die Kirche an Heiligabend
Später, nach dem Essen, ging es in die Kirche. Nicht, dass wir große Kirchgänger gewesen wären, aber an Weihnachten war das Pflicht. Ich fand die Kirche immer sehr langatmig und habe versucht, mir die Zeit zu verkürzen, indem ich die Leute um mich herum beobachtete. Dabei fiel mir auf, dass oft diejenigen am lautesten sangen, die es am wenigsten konnten. Die hatten dafür auch am meisten Spaß!
Das Warten aufs Christkind
Zuhause angekommen mussten mein Bruder und ich in unser Kinderzimmer gehen und die Tür hinter uns schließen. Das waren mitunter die längsten und aufregendsten Warteminuten im ganzen Jahr! Wir wussten natürlich, was hinter der verschlossenen Tür passierte: meine Eltern trugen alle Geschenke unter den Baum und zündeten die Christbaumkerzen an. Ans Christkind habe ich gerne geglaubt, das leise „Klingelingeling!“ musste immer sein, wenn alles fertig war. Das Klingeln bedeutete, jetzt war das Christkind da und ist schnell wieder weggeflogen…
Ich weiß noch, da haben mein Bruder und ich gehört, wie das Christkind die Haustür wieder hinter sich verschlossen hatte… „Hast Du es auch gehört? Das war die Tür! Das war das Christkind!“ „Ja, das muss es gewesen sein! Wer sonst!“
Mein Mann erzählte mir aus seiner Kindheit, dass er am Heiligabend kleine Kinderfußspuren auf der Terrasse im Schnee gefunden hatte und war – obwohl er schon 7 Jahre alt war – wieder von der Existenz des Christkinds überzeugt. Eltern können so wunderbar einfallsreich sein!
Das Singen vor der Bescherung
Und dann war es so weit, die Bescherung. Meine Mutter bestand immer darauf, vorher noch im Schein des Christbaums zu singen, bevor wir uns an die Geschenke machten. „Oh Tannenbaum“ und „Stille Nacht“ waren obligatorisch. Während meine Mutter bei den letzten Zeilen von „Stille Nacht“ feuchte Augen bekam, mussten wir Kinder immer grinsen. Tatsächlich war es eine sehr andächtige und erhabene Stimmung, aber die Vorfreude auf die schönen Geschenke, die schon auf uns unter dem Baum warteten, zauberte ein Grinsen auf unser Gesicht.
Die Bescherung
Endlich sollte es dann also soweit sein, wir durften uns auf die Geschenke stürzen. Es war wirklich ein „stürzen“, da braucht man nichts zu beschönigen. Die ganze Weihnachtszeit hatte ich darauf gewartet, endlich zu erfahren, was ich geschenkt bekommen sollte. Endlich! Und jetzt war es soweit! Und es war so schön! Es war so unglaublich phantastisch, endlich die vielen schönen Geschenke auspacken zu dürfen. Ich war im siebten Himmel. Ganz ehrlich, ich war glücklich.
Und auch, wenn das nun so aussieht, als wäre ich sehr reduziert gewesen auf materielle Dinge, so war es mir mit Sicherheit (unterbewusst) klar, dass es eigentlich auf ganz andere Dinge im Leben ankam. Dass man sich seiner Familie bewusst werden sollte und dankbar sein kann. Ich hatte das Glück, meine Kindheit völlig unbeschwert erleben zu dürfen, und bin mir sicher, wir Kinder früher waren sehr dankbar für das, was wir hatten. Der Ausdruck der Dankbarkeit war auch das Strahlen unserer Augen.
Ich hoffe, dass die strahlenden Kinderaugen meines Bruders und von mir, meiner Mutter ein kleiner Dank dafür waren, wie anstrengend für sie die Vorweihnachtszeit gewesen war. Und wenn doch nicht, dann kommt hier mein großer Dank an Dich, liebe Mama. Vielen lieben Dank für die wunderbaren Heiligabende, die Du uns beschert hast! Ich habe ganz wunderbare Erinnerungen daran!
Und wie war nun das Weihnachten aus Eurer Kindheit? Gibt es Ähnlichkeiten oder habt ihr ganz anders gefeiert?
Ich wünsche Euch jedenfalls von Herzen noch eine schöne und feierliche Vorweihnachtszeit!
Und auch unser Gewinnspiel haben wir mittlerweile ausgelost. Herzlichen Glückwunsch an Christian zum Wimmelbuch, Marie zur Tasse und Anja zu den Haba Eiern. Ihr habt alle Mails bekommen mit einer Bitte um eure Adresse, bitte gebt uns Bescheid 🙂