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Beziehung und Führung – Kinder im 21.Jahrhundert begleiten mit 2 Fragen

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Wie wollen wir unsere Kinder im 21.Jahrhundert begleiten, dass wir eine vertrauensvolle Beziehung zu unserem Kind aufbauen und liebevoll führen lernen?

„Der Weg ins dritte Jahrtausend – Gedanken zur Kinderbegleitung im 21.Jahrhundert“ ist das Thema der Blogparade von Zwerggeflüster. Was möchten wir Kindern mit auf den Weg geben? Wie sieht eine ideale kindgerechte Welt dazu aus? Louise vom Elternblog Zwerggeflüster regt uns mit einigen Leitfragen an, worauf es in der Erziehung ankommt.

Führung im 21. Jahrhundert?

In Zeiten, in denen zehnjährige Kinder aus ihrem Land flüchten, alleine ein Mittelmeer überqueren und Kindern weltweit sauberes Wasser, Essen, medizinische Hilfe oder Bildung fehlen, wünsche ich mir kinderfreundlichere Welten. Trotzdem traue ich mich heute, naiv in meiner eigenen kleinen Welt, von würdevoller Kinderbegleitung zu träumen, weil meine kleine Welt auch ein Teil der großen Welt ist.

Erziehung als Beziehung

Solange die Kinderwürde nicht verletzt wird, ist die Begleitung von Kindern individuell. Der dänische Familientherapeut Jesper Juuls spricht davon, dass „Erziehung“ Beziehung  ist. Die Tochter lernt mich als Person kennen und ich lerne sie kennen, womit alles anfängt…

Wie unser Kind ist, statt wie es sein soll

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Beim Beobachten erfahre ich, was mein Kind tut, wie es etwas tut und welche Gefühle es zeigt. Mit den Worten der Reformpädagogin Maria Montessori: „Die Aufgabe der Umgebung ist nicht, das Kind zu formen, sondern ihm zu erlauben, sich zu offenbaren.“

Was wir in unserer Familie wollen

Integration

Ob Umzug, Schrankbretter schrauben, Spülmaschinentaufe, Besuch von Freunden, das Leben im Büro, die Tochter ist fast überall dabei. Sie sieht so, was und wie wir etwas tun, wie wir aufeinander zugehen, gemeinsam lachen, Angst haben, uns ärgern, traurig sind oder froh. Nein, wir sind nicht immer Vorbilder. Ja, wir können uns entschuldigen.

Intuition

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Wir Eltern sind in einem Prozess, was wir als Familie wollen. Unsere Kinder brauchen uns in ihren Lebensphasen auf unterschiedliche Art und Weise. Wie? Das finden wir gemeinsam mit ihnen heraus. Brauche ich Studien, die den Cortisolspiegel  im Blut schreiender allein gelassener Babys messen? Oder brauche ich manchmal den Mut, jenseits von Gedanken meiner Eingebung in einer Situation zu vertrauen? Die Expertenmeinungen und gut gemeinten Ratschlägen können uns aber auch einladen, uns neben unserer Intuition zu fragen:

Wissen wir Eltern, wie wir führen und warum wir führen?

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Die Tochter kennt mich perfekt unperfekt und sie weiß auch, dass ich mich entschuldigen kann. Nicht dafür, wie ich bin, aber dafür, wie unbewusst ich manchmal handle. In der kurzen Version für Kinder: „Tut mir leid, ich wollte das nicht“.

Mit 2 Fragen die Beziehung gestalten

1.Frage: Wie reagiere ich kurzfristig?

Ich glaube, dass wir sehr häufig reagieren statt zu handeln. Wir reagieren aus Gewohnheit oder aus einem Verhaltensmuster und weniger aus dem Bewusstsein heraus, was wir damit erreichen möchten. Absolut menschlich. Wenn wir jedes Mal neu überlegen müssten, wie wir Zähne putzen oder wie die Gangschaltung im Auto funktioniert, wäre das sehr anstrengend. Also danke den Automatismen. Nur, was helfen sie uns in der Begleitung von Kindern? Beim Anziehen unserer Kinder und beim Brot streichen erleichtern sie unseren Alltag. In Konflikten helfen mir Muster oft nicht oder führen nur zum gleichen Streit.

2.Frage: Wie möchte ich langfristig handeln?

Vermittle ich als Mama oder als Papa mit meinem eigenen HANDELN auch das, was mir LANGFRISTIG am Herzen liegt? Wenn nicht, wie zeige ich jetzt, was ich langfristig vermitteln will? Eine vertrauensvolle Beziehung, Eigenständigkeit, Willensstärke, Empathie…
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Meine vier „Lieblinge“ für die Begleitung von Kindern

Nachspüren

Warum Kinder sind, wie sie sind oder handeln, wie sie handeln, ist aus Sicht der Eltern manchmal schwer zu verstehen. Umgekehrt sicher auch. Deswegen spüre ich gern nach: Wie fühlt sich mein Kind, wie fühle ich mich? Was braucht mein Kind, was brauche ich? Trost, Ruhe, Aktion…

Liebevoll und authentisch handeln

Die Babyzeit ist ein Ausnahmezustand, in der Eltern ungeahnte Kräfte frei setzen können und tun, was ihrer Intuition nach zu tun ist. Gegenübern Kindern liebevoll zu sein, bedeutet weder, zu allem Ja noch zu allem Nein zu sagen. Ein ehrliches Nein ermuntert Kinder, dass auch sie mit einem Nein Ja zu sich sagen. Wer mehr dazu lesen möchte, kann das in Jesper Juuls Buch „Nein aus Liebe: Klare Eltern – starke Kinder*“ tun.

Handlungsspielräume gestalten

Ich mag Räume, in denen Kinder in ihrem Rhythmus und nach ihrem Interesse die Welt entdecken. Das können Spielstationen sein, die das Spiel nicht nur vorgeben, sondern Gestaltungsfreiheit lassen. Oder freie Spielzeit draußen und Zeit in der Natur.

Humor haben

Lachen verändert oft meine Sichtweise. Sogenannte „Trotzphasen“ sind vielleicht Phasen, in denen Kinder sich selbst finden müssen und noch nicht wissen, was sie wollen. Tatsache ist, dass Kinder manchmal etwas anderes wollen als Eltern. In der Familie lachen wir gerne und brauchen viel Humor, auch wenn oder gerade dann, wenn es mal nichts zu lachen gibt.
Andere Beiträge zum Thema Elternsein lest ihr hier:

Warum perfekte Eltern ungenießbar sind!

Machen wir es richtig?

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