16 (Spiel-) Tipps für Eltern mit Babys im 12. Monat

 

Babys Welt ist im 12. Monat viel weniger verschwommen als zu Beginn des Lebens, weil seine Sehschärfe ca. 50% erreicht hat. Vielleicht hast Du erlebt, dass Dein Baby geht. Es kann noch Wochen bis Monate dauern, bis Dein Baby die ersten Schritte geht. Bei uns war es mit eineinhalb Jahren soweit. Mit einer guten Bewegungsqualität laut Experten. Lasst euren Kleinen also Zeit. Wenn Förderbedarf besteht, erfährt ihr das vom Kinderarzt oder von einer Frühförderstelle, die Unsicherheiten abklären kann. Sonst entwickeln Kinder im Spiel vieles von selbst.

Hier lest ihr sechzehn (Spiel-) Tipps im 12. Monat:

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Hände

Tipp #1: Fingerpuppen

Fingerpuppen waren bei uns sehr beliebt. Eine Fingerpuppe, z.B. ein Tier auf die eigene Hand stecken. Geschichten über das Tier erzählen, den Tierlaut nachahmen oder Lieder singen… Als Spaß kann man auch die Fingerpuppe auf Babys Finger bzw. Hand ziehen.

Tipp #2: Turm bauen

Wenn es euren Schatz genügend interessiert, baut er einen Turm aus drei oder mehr Steinen. Oder er schaut euch oder Geschwisterkindern dabei zu.

Tipp #3: Auspacken

Steckt beim Baden Badespielsachen in Waschlappen und lasst die Waschlappen schwimmen. Hat Dein Baby Lust, die Überraschung auszupacken oder einen eigenen tollen Plan?

Tipp #4: Küchenspiele

Küchentöpfe werden zum Schlagzeug, vielleicht hat euer Kleiner oder euer Kleines auch Lust, (Plastik)schüsseln ineinander zu stellen. Ein Fach in der Küche zum selber ein- und ausräumen macht den Kleinen oft Spaß und erleichtert euer Kochen.

Tipp #5: Kunst

Papier und dicke Stifte anbieten, malen zeigen, auch ohne Worte und abwarten. Manche Kinder setzen mit der Faust den einen oder anderen Strich aufs Papier, andere interessieren sich für die Gegenstände. Wie leicht gelingt es uns, frei von Erwartung zu sein, was passiert?

Tipp #6: Wurfball

Werfen könnte jetzt sehr spannend werden. Findet eine Lösung, wo werfen z.B. mit einem Softball erlaubt ist – im Garten, auf der Terrasse, in der Wohnung, wo nichts kaputt gehen kann. In anderen Bereichen soll der Ball dann gerollt werden. Wenn alles geworfen wird, haltet einen weichen Ball zum Tausch bereit. „Den Ball kannst Du werfen“ ist für alle weniger frustrierend als eine Dauerschleife „werfe das nicht“.

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Körper

Tipp #7: Treppe rückwärts

Selbständig oder mit kleinem Halt kommt das Baby die Treppe rückwärts auf allen Vieren herunter.

Sprache und mehr

Tipp #8: Sprachspiele

Fragen, wie „Wo ist denn Dein Ball?“ und kleine Aufgaben, wie „gib mir bitte Deinen Löffel“ laden dazu ein, mit der Sprache zu spielen. Irgendwann antwortet das Kind mit Ein-Wort-Sätzen. Faszinierend, wieviel Kinder bereits verstehen, bevor sie selbst sprechen. Lustige Silben und spontane Non Sense Reime kamen und kommen bei uns oft gut an.

Tipp #9: Rollenspiele

Manche Kinder machen früh Rollenspiele, andere lassen sich Zeit damit. Es kann sein, dass euer Baby kleine Handlungen, wie dem Teddy etwas zu trinken geben o.ä. spielt. Faszinierend ist es, wie Kinder in ihren Rollen versinken.

Tipp #10: Das ist mein Kopf

Arme, Beine, Nase, Mund, heute geht es bei uns rund. Dichtet etwas über den Körper, benennt die Körperteile oder berührt euer Kind beim anziehen, z.B. am Bauch. Früher oder später lernt es sicher die Begriffe, aber das schöne daran ist das Sensibilisieren für den eigenen Körper.

Tipp #11: Alleine spielen

Sind Kinder alleine in ihrem Spiel versunken, möglichst nicht unterbrechen. Natürlich sieht der Alltag oft anders aus bei einem Termin oder bei einem Vorhaben. Ganz gute Erfahrungen habe ich mit dem rechtzeitigen Ankündigen was aufhört und wie es weitergeht. Natürlich gibt es da manchmal trotzdem Protest, wenn das Spiel so schön war, aber das Baby wird nicht völlig und urplötzlich aus dem Spiel herausgerissen.

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Tipp #12: Rutschauto

Auf dem Rutschauto kann man selbst fahren, geschoben werden oder das Fahrzeug selbst mit einer Schnur ziehen, je nach Fähigkeit und Interesse. Unsere Tochter Toto mochte das Auto gerne ziehen, das setzt natürlich gehen voraus, war also mit 12 Monaten noch nicht so interessant. Später, als sie gehen konnte, wollte sie auch damit fahren. Vielleicht habt ihr jetzt Rennfahrer oder Rennfahrerinnen zuhause?

Tipp #13: Holzpuzzle

Holztiere und Fahrzeuge, die man mit Griff in ein Loch einpuzzlen konnte, hat unsere Tochter sehr angezogen.

Tipp #14: Badespielzeug

Baden, Duschen, Sich waschen war bei uns lange nicht beliebt. Das Gießen, spritzen, und schwimmen bzw. paddeln mit den Beinen oder rudern mit den Armen wurde aber in einem Sommer lieben gelernt. Man kann aber auch im Winter in der Badewanne spielen oder wie es unsere Tochter lange bevorzugt habt, vor der Badewanne stehen und mit Badespielsachen spielen.

Tipp #15: Sortierboxen

Ich erinnere mich an das Schiff Arche Noah, in das man Tiere entsprechend einem Fach einsortieren konnte. Oder abstrakte Formen, die eingeräumt werden. Lasst eure Kinder mit diesen Dingen einfach vertraut werden, vielleicht interessiert sie gerade etwas anderes daran als einsortieren.

Diese bunten Steckspiele wurden bei uns lange angeschaut, in verschiedene Richtungen gedreht und eingeräumt. Das entsprechende Fach wurde aber von ganz alleine interessant. Es entspannt, wenn man als Eltern keine bestimmte Vorstellung hat, wie etwas bespielt werden muss. Die Regelspiele beginnen schon noch, jetzt ist Zeit für Kreativität und eigenes Entdecken.

Tipp #16: Keine Labels

Ich ertappe mich immer wieder dabei, dass ich meiner Tochter eine Eigenschaft zuschreibe und sie zeigt mir, dass sie auch völlig anders ist. Es ist wohl menschlich und gibt Orientierung, Menschen und Kinder „einzuordnen“. Mir hilft es da, zu beobachten, was gerade tatsächlich passiert als v.a. zu denken, wie mein Kind ist.

Sogenannte „schüchterne“ Kinder sind mal abwartend, leise und zurückhaltend, zeigen aber in einem anderen Zusammenhang, wie tatkräftig, laut und offen sie in einem Spiel sind. Zugegeben, das ist bereits eine Einordnung. Lieber ein Kind immer wieder neu beschreiben als einzuordnen: Also z.B. mein Kind sitzt und beobachtet statt mein Kind ist zurückhaltend.

Überrascht euch euer Baby auch immer wieder? Welche Spiele habt ihr in diesem Monat entdeckt?

Quellen:
babycenter.de

 Weitere (Spiel-) Tipps:

15 (Spiel-) Tipps für frischgebackene Eltern mit Baby im 1. Monat
15 (Spiel-) Tipps für Eltern mit Baby im 2. Monat
15 (Spiel-) Tipps für Eltern mit Babys im 3. Monat
23 (Spiel-) Tipps für Eltern mit Babys im 4. Monat
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12 (Spiel-) Tipps für Eltern mit Babys im 6. Monat
9 (Spiel-) Tipps für Eltern mit Babys im 7. Monat
15 (Spiel-) Tipps für Eltern mit Babys im 8. Monat
20 (Spiel-) Tipps für Eltern mit Babys im 9. Monat
18 (Spiel-) Tipps für Eltern mit Babys im 10. Monat
14 (Spiel-) Tipps für Eltern mit Babys im 11. Monat
16 (Spiel-) Tipps für Eltern mit Babys im 12. Monat

Wieviel Spielzeug braucht mein Kind?

 
Bei uns sind Schränke und Schubladen voll damit, nein, sie quillen über! Im Wohnzimmer liegt es überall herum und im Keller lagern mehrere Kisten und Taschen voll: Spielzeug! Und dann kommt doch immer die Frage aller Fragen:

„Was sollen wir spielen?“

Wieviel Spielzeug braucht mein Kind eigentlich?

Als wir letztens bei Oma zu Besuch waren gingen sich Blondschopf (7) und Blauauge (4) mal wieder auf die Nerven (und den Eltern somit auch). Angeblich, weil sie einfach nicht mehr wussten, was sie spielen sollten. Doch Tatsache ist, da war genug Spielzeug! Überall lag es herum! Da beschlossen wir kurzerhand, den kleinen Wald in der Nähe zu erkunden und dort ein bisschen frische Luft zu schnappen.
„Spazieren gehen? Im Wald?…Och neee!! Keine Lust!“, meinte gleich unser großer Sohn und der Kleine stimmte ihm sofort zu. „Langweilig! Warum müssen wir immer frische Luft schnappen???“ „Wir wollen fernsehen!!“ „Ja!!!“ Darin waren sie sich also wieder einig… Doch nix da!
Glücklicherweise hatten wir die Walkie Talkies mitgenommen und so schafften wir es, unseren Kindern das Spazierengehen etwas schmackhafter zu machen und sie zu überreden.

Lockmittel Walkie Talkie…

Im Wald…

Erst waren die Walkie Talkies noch total interessant und es wurden – einige Meter voneinander entfernt – verschiedene Botschaften an den jeweiligen Bruder durchgegeben. Doch auf einmal – ich konnte es kaum glauben – waren sie nur noch Nebensache. Denn die Natur hatte es geschafft, die volle Aufmerksamkeit meiner Kinder auf sich zu lenken.
„Stoooopp!“, schrie Blauauge plötzlich ganz panisch. „Ich hab eine Spur gefunden!“, jubelte Blauauge kurz darauf und zeigte uns ganz stolz die Spur eines Pferde-Hufeisens. Plötzlich waren die Jungs voll auf Entdecker-Modus geschalten.
Dann: Wer findet den schönsten, größten, kleinsten, glattesten Stock? Spannend, wie fühlt sich die Rinde an? Kann man die Rinde abziehen? Iiih, das ist ja ganz glitschig…
Während meine Kinder voller Elan im Matsch waten, ihre Hosen dreckig machen und die erdigen Finger an der Jacke abstreifen, übe ich mich darin, mich zurückzuhalten und die Kinder einfach nur machen zu lassen. (Ich sage mir immer wieder vor „Das kann man wieder sauber machen, der Fleck geht wieder raus, keine Panik!!“) Denn ich befürchte, wenn ich sie unterbreche und in ihrem Tun zügle, dann verlieren sie die Lust am Entdecken und Spielen. Denn nichts anderes tun sie hier im Wald, der ihnen von zuhause so langweilig erschien.
Und das Tolle ist, sie suchen sich ihr Spielzeug selbst. Sie sammeln Stöcke und Steine, finden plötzlich Pilze, wollen wissen, wie die Pflanze heißt, berühren feuchtes Moos, untersuchen Blätter und kleine Käfer und riechen – ganz nebenbei – die wunderbare Waldluft.

Wie fühlt sich Moos an?

Natur tut gut…

Am Hang greifen sie nach den am Boden liegenden Tannenzapfen und werfen sie hinab. Wie weit kann ein Tannenzapfen fliegen? Sie suchen und entscheiden selbst, was sie mit den Dingen tun, die ihnen der Wald, die Natur zu bieten hat. Das ist schön, sie haben Freude am Erkunden und Entdecken, ohne, dass wir als Eltern eingreifen oder vorschlagen.
Nicht immer ist also Spielzeug von Nöten, um die Kinder zu beschäftigen. Eigentlich brauchen sie nur ganz wenig, um zufrieden spielen zu können. Die Kinder können hier ihren natürlichen Bewegungsdrang ausleben und müssen nicht erst dazu animiert werden, weil sie ganz von alleine wissen wollen, was gibt es hinter dem Waldhügel zu entdecken oder wie fühlt es sich an, über die knorrige Baumwurzel zu balancieren? Und was war das für ein Geräusch? Ein Specht, der gegen einen Baum hämmert? Ganz nebenbei bekommen sie ein Gespür für sich selbst und die Zusammenhänge der Natur.

Natur stärkt unsere Kinder in ihrem Selbstwertgefühl, stärkt sie in ihren Sinnen, stärkt ihr Immunsystem, stärkt sie in ihrer gesamten Wahrnehmung. Doch leider verlagert sich der Spielort unserer Kinder zunehmend nach drinnen, oft sind die „freien“ Nachmittage durchgetaktet und durchorganisiert. Zu wenig Zeit bleibt da übrig, um die Kinder einfach mal draußen machen zu lassen, ganz ohne Zeitdruck und Einwände der Eltern.
Leider können wir als Stadtmenschen nicht jeden Tag in den Wald gehen, aber manchmal reicht auch schon der kleine Park in der Nähe. Wir sollten in der Hektik des Alltags nie die Wirkung der Natur vergessen und dass unsere Kinder nicht immer das neueste Spielzeug brauchen oder das aktuellste Computerspiel spielen müssen. Die Natur hat so viel zu bieten und ich finde, das sollten auch unsere Kinder lernen zu schätzen. Und wenn wir als Eltern ihnen die Möglichkeit dazu bieten, dann werden sie diese auch ergreifen. 🙂
Geht ihr mit euren Kindern gerne in die Natur und lasst sie erkunden? Oder findet ihr vielleicht, dass Spazierengehen in der Natur überschätzt wird? Lasst es mich wissen und schreibt einen Kommentar, ich freue mich über eure Meinungen.
Viele liebe Grüße
Eure ideas4parents-Romy

 

Hilfe, mein Kind lügt! – 5 Gründe, warum lügen gut für dein Kind ist

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Die Lüge an sich hat kein besonders gutes Image, und vor allem, wenn es darum geht, dass Kinder lügen. Vielleicht kann ich mit diesem Blogpost ein klein wenig Abhilfe schaffen… Wenn Kinder anfangen zu lügen, hat das nämlich auch was Gutes.

5 Gründe, warum lügen gut für dein Kind ist

Letztens hat mich mein Sohn Blondschopf (7) kurz vorm Schlafengehen gefragt, ob ich es eigentlich wirklich sehen kann, wenn er lügt und ob seine Nase dann echt länger wird.
Ich musste in mich hinein grinsen, denn er war offenbar leicht beunruhigt, was seine Lügen-Moral und die Größe seiner Nase betraf. Als ich ihm dann erklärte, dass „Pinocchio“ nur eine Holzpuppe sei und das Ganze nur eine erfundene Geschichte, in der Pinocchios Nase länger wird, umso mehr er lügt, war Blondschopf sichtlich beruhigt und konnte schließlich gut einschlafen. ?

Hilfe, mein Kind lügt!

Was bewegt unsere Kinder zu lügen? Oft sind es nur kleine Lügen, mit denen uns unsere Kinder anschwindeln. Bei uns ist es zum Beispiel die Antwort auf die Frage „Hast du dir die Hände gewaschen?“ „Ja!“ „Mit Seife?“ „Ja…“. Und ich weiß ganz genau, das war gelogen. Daher ein tiefer Blick in die Augen meines Sohnes „Wirklich?“ „Ja, echt! Hab ich!“ „Und warum sind sie dann noch schmutzig?“…

Da steht sie im Raum, die Lüge…

 
Manchmal fühlen wir uns als Eltern auch in unserem Vertrauen von den Kindern betrogen, wenn sie uns anlügen. („Hast du die Wand angemalt?“ „Nein, ehrlich, das war ich nicht, das war mein Bruder!…“) Es ärgert uns, dass wir so dreist angelogen werden und die Schuld sogar auf den Bruder geschoben wird, der gar nicht anwesend ist! Wir möchten, dass das Kind seinen Fehler gefälligst zugibt.
Wir Mamis machen uns dann manchmal Sorgen und Vorwürfe: Woran liegt es, dass mein Kind lügt? Habe ich es falsch erzogen? Ist es gut, wenn mein Kind lügt? Soll ich meinem Kind das Lügen verbieten? Machen das andere Kinder auch?

Gründe für das Lügen

Es gibt die unterschiedlichste Gründe für das Lügen. Kleine Kinder zum Beispiel können noch nicht richtig zwischen Realität und Phantasie unterscheiden und erfinden Geschichten, die sie noch zusätzlich mit Wünschen ausschmücken. Ältere Kinder lügen, weil sie Angst vor Strafen haben oder vielleicht mit einer übertriebenen Geschichte nach Anerkennung suchen. Und schließlich gibt es die vielen höflichen Alltagslügen, die uns ein harmonisches Miteinander versprechen. Die Gründe sind mannigfaltig.

Auweia…

Doch der Expertenrat zum Umgang mit Lügen ist klar: Eltern sollten beim Lügen der Kinder nicht so streng sein! Denn nur, wenn die Kinder das Gefühl haben, geliebt und verstanden zu werden, ganz gleich, was sie ausgefressen haben, sich sie eher bereit, ehrlich zu sein und Verantwortung für ihre Fehler zu übernehmen.
Fest steht, es ist völlig normal, wenn Kinder lügen und tatsächlich ist es sogar wichtig, dass Kinder das Lügen erlernen.

Lügen als Entwicklungsschritt

Denn Lügen bedeutet ein enormer Entwicklungsschritt beim Kind. Erst mit etwa 3 ½ Jahren entdecken sie die Fähigkeit zu lügen. Und das heißt noch nicht, dass sie es richtig gut können und ihre Gefühle diesbezüglich unter Kontrolle haben – denn das muss man zum überzeugenden Lügen schließlich können. Erlernt ein Kind (endlich) zu lügen, so ist das allerdings ein Zeichen dafür, dass es gerade enorm gewachsen ist! ?

 

5 Gründe, warum lügen gut für dein Kind ist

  1. Um Lügen zu können brauchen Kinder ein starkes „Ich-Bewusstsein“. Das ist die Grundvoraussetzung, um lügen zu erlernen. Erst mit diesem Selbstbewusstsein können sich die Kinder in die Gedankenwelt anderer hineinversetzen und die Perspektive eines anderen einnehmen, sprich sich einfühlen. Wenn Kinder mit dem Lügen anfangen, bedeutet das also, dass sie gelernt haben, dass es einen Unterschied zwischen dem gibt, was sie selbst glauben, und dem, was der andere glaubt.
  2. Wer lügt, lernt sich selbst und seine Umgebung besser kennen.
  3. Wer lügt, lernt die Kontrolle über seine eigenen Emotionen. (Denn wer beim Lügen plötzlich anfängt zu grinsen, dem glaubt man nicht…)
  4. Mit dem Erwachen der Lüge, entwickelt sich auch der Gegenspieler, nämlich das Gewissen. Kinder entwickeln ein Gefühl dafür, ob das Handeln anderer Menschen und schließlich auch die eigenen Handlungen richtig sind für das eigene moralische Verständnis und das ihres Umfelds. Das erfordert große soziale und emotionale Kompetenz. (Jedoch liegen kindliche Moral und die erwachsene Moral oft sehr weit auseinander…) (Quelle: „Kinder verstehen. Born to be wild: Wie die Evolution unsere Kinder prägt.“ Herbert Renz-Polster, Kösel-Verlag, München)
  5. Gehört dein Kind zu den frühreifen Lügnern? Dann darf ich dich beglückwünschen, denn Entwicklungspsychologen gehen davon aus: Je intelligenter ein Kleinkind ist, umso früher beginnt es mit dem Lügen. Lügen ist nämlich – laut Entwicklungspsychologen – eine komplexe und intellektuell schwierige Leistung.

Das Erlernen des Lügens darf also als wichtiger Meilenstein in der emotionalen und sozialen Entwicklung eines Kindes angesehen werden – auch wenn es natürlich moralisch meistens eher verwerflich ist… Doch vielleicht fällt es mit diesem Wissen ab und an etwas leichter, über die ein oder andere kleine Schwindelei seines Kindes mit einem wissenden Lächeln hinwegzusehen. 😉
Habt ihr auch Kinder, die ab und an mal flunkern? Hinterlasst doch einen Kommentar, und erzählt mir von euren Erfahrungen.
Viele liebe Grüße
Eure ideas4parents-Romy

Wie man Kinder drachenstark macht: Ein Interview mit Timo und Vivi

 

Heute dürfen wir euch zwei ganz besonders tolle Menschen vorstellen. Timo und Vivi sind Kinderbuchautoren, die zusammen drachenstarke Geschichten für drachenstarke Kinder schreiben.

Hallo Timo, Hallo Vivi. Stellt euch doch bitte kurz vor. Wer seid ihr und was macht ihr? 🙂

Hallo liebes Team von ideas4parents und erst einmal vielen lieben Dank für das Interview.

Wir sind Timo und Vivi und wir unterstützen Eltern dabei, das Selbstvertrauen ihrer Kinder zu stärken und ihr volles Potenzial zu entfalten. Das machen wir z.B. über die Geschichten in unseren Kinderbüchern und den Beiträgen auf unserem Blog oder unserem Instagram-Kanal.

Hier sind noch ein paar Fakten über uns:

Timo ist ausgebildeter Erzieher, Grafik-Designer, Fitness-Trainer und Systemischer Coach.
Früher gehörte er selbst zu den Kann-Ich-Nicht-Sagern und hätte sich aufgrund seiner schlechten Deutschnoten nie zugetraut, einmal Autor zu werden.
Dank seiner Oma, die ihm die Welt der Geschichten nahebrachte, hat er aber doch noch den Weg zum Schreiben gefunden und die Geschichte vom kleinen Drachen entwickelt.

Vivi hat Kommunikations-Design studiert, obwohl sie als Kind unbedingt Paläontologin werden und die gigantischen Dinosaurier erforschen wollte, die sie in allen Variationen aufs Papier gekritzelt hat.
Statt der Urzeitmonster zeichnet sie jetzt viel lieber kleine Drachen und denkt sich gemeinsam mit Timo neue Geschichten aus. Hier bringt sie auch das Wissen aus ihrem Zweitstudium der Erziehungswissenschaften ein. Außerdem ist sie Meditationslehrerin.

ideas4parents: Schön euch kennen zu lernen! Wie es scheint habt ihr sehr vielseitige Interessen. Das finden wir toll! 🙂 

Wie lange schreibt ihr schon Geschichten? Wie kamt ihr auf die Idee zu schreiben?

Timos Interesse am Schreiben wurde in der neunten Klasse durch Bücher und Filme wie „Der Herr der Ringe“ und „Harry Potter“ geweckt. Schon damals hatte er so viele Ideen im Kopf, dass er sie unbedingt zu Papier bringen musste und das hat sich bis heute nicht geändert.

Vivi hat schon immer gern gelesen und konnte es sogar schon bevor sie in die Schule gekommen ist. Im Kindergarten hat sie dann immer den jüngeren Kindern vorgelesen. Als es später in der Schule dann darum ging, Aufsätze zu schreiben und sich Geschichten auszudenken, hat sie ihre Leidenschaft für die Sprache entdeckt und angefangen, selbst zu schreiben.

Seit fünf Jahren nutzen wir unsere gemeinsamen Fähigkeiten und schreiben zusammen an verschiedenen Projekten.

ideas4parents: Toll, dass ihr eure Fähigkeiten kombiniert und euch so gut ergänzt!

Woher bekommt ihr eure Inspiration?

Unsere Inspiration bekommen wir von überall her. Zum Beispiel dadurch, dass wir achtsam durch den Alltag gehen und unsere Umgebung beobachten, da entdeckt man schon einiges.  Eine weitere Inspirationsquelle sind Bücher, Social-Media-Kanäle und auch verschiedene Serien und Filme.

Um was geht es in eurem Buch „Der kleine Drache kann-ich-nicht“?

Es geht um die Angst vor Herausforderungen. Im Laufe der Geschichte findet der kleine Drache den Mut, Dinge auch mal alleine anzugehen und dadurch sein Selbstvertrauen zu stärken.

Hier ein kleiner Einblick in die Geschichte:
Der kleine Drache lebt mit seinen Eltern in einer Höhle tief im Wald. Sein Name ist „Kann-Ich-Nicht“. Denn bei allem, was er tun soll, behauptet er, dass er es nicht kann. Sei es das Aufräumen, das Feuerspeien oder das Fliegen – jedes Mal bringt er Mama und Papa Drache dazu, ihm alles abzunehmen.

Doch dann passiert es: Bei einem Ausflug wird der kleine Drache von seinen Eltern getrennt. Auf einmal ist er ganz alleine in dem großen Wald und es ist niemand mehr da, der ihm helfen kann. Wird der kleine Drache herausfinden, was wirklich in ihm steckt und lernen, sein „Kann ich nicht!“ in ein „Ich kann das!“ zu verwandeln?

ideas4parents: Das hört sich super spannend an und die Botschaft finden wir richtig stark!

Was steckt hinter eurem Drachenstark-Konzept? Was bedeutet es für euch, drachenstark zu sein?

Unser Drachenstark-Konzept unterstützt Eltern dabei, das Selbstvertrauen ihrer Kinder zu stärken und ihr volles Potenzial zu entfalten.

Der kleine Drache ist dabei die Hauptfigur, die in ihrem ersten Abenteuer ständig erklärt: „Das kann ich nicht!“ Sätze wie diesen kennen viele Eltern nur zu gut. Es ist ein Satz, der Unsicherheit und mangelndes Selbstvertrauen ausdrückt. Und diese Eigenschaften würde sich wohl kaum ein Elternteil für sein Kind wünschen.

Denn gesundes Selbstwertgefühl, unerschütterliches Selbstvertrauen und starkes Selbstbewusstsein – das sind alles wichtige Voraussetzungen für den Erfolg im späteren Leben. Deshalb sind all unsere Geschichten, Fantasiereisen und Newsletter Inhalte genau darauf ausgerichtet, Kinder und Eltern drachenstark zu machen.

Ganz einfach gesagt, steht der Ausdruck drachenstark für eine positive Einstellung zum Leben, zu Situationen, zu anderen und vor allem auch zu sich selbst. Wenn wir diese Einstellung verinnerlichen, sind wir drachenstark.

Hier könnt ihr auch noch ein bisschen mehr über unsere Drachenstark-Philosophie erfahren:
https://www.kreativi-production.de/drachenstark/

ideas4parents: Das sind unglaublich wichtige Werte, die ihr da vermittelt. Auch wir sind der Meinung, dass ein starkes Selbstbewusstsein eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein glückliches Leben ist. Kinder sollten früh lernen, sich selber vertrauen, um später genau zu wissen, was sie wirklich wollen. 

Was möchtet ihr mit euren Büchern erreichen/vermitteln?

Wir sind der Meinung, dass das Fundament für ein starkes Selbstvertrauen und ein gesundes Selbstwertgefühl in der Kindheit gelegt wird. Ohne diese Komponenten haben Kinder es im Erwachsenenalter schwer, ihren eigenen Weg zu gehen und ihr volles Potenzial zu entfalten. Über Geschichten können Kinder und Eltern sich spielerisch mit diesen Themen auseinandersetzen – deshalb schreiben wir Kinderbücher.
Wir wollen mit all unseren Projekten (Geschichten, Spiele, Fantasiereisen oder Beiträge auf unseren Online-Kanälen) Eltern und Kinder dazu inspirieren, drachenstark zu werden.

Für uns fängt Erziehung schon an, noch bevor wir überhaupt eigene Kinder haben: Während wir aufwachsen, geben uns unsere Eltern und unser Umfeld viele Pakete (Themen, Glaubenssätze, Überzeugungen) mit auf den Weg und wir nehmen sie ohne zu fragen an. Wenn wir Erwachsen sind, ist es unsere Aufgabe, diese Pakete zu hinterfragen und zu entscheiden, ob sie weiterhin zu uns passen – und wir sie damit auch unseren Kindern weitergeben – oder nicht. Auch für diese Thematik wollen wir mit unseren Projekten ein größeres Bewusstsein schaffen.

ideas4parents: Weiter so! 🙂 

Welche Menschen inspirieren euch?

Das ist eine gute Frage, da gibt es nämlich sehr viele. Zusammengefasst können wir sagen, uns inspirieren all die Menschen, die ihren eigenen Weg gehen und die etwas geschafft haben, das wir auch erreichen wollen. Diese Menschen sind für uns die besten Mentoren.

Was möchtet ihr später euren eigenen Kindern mit auf den Weg geben?

Vor allem natürlich unsere Drachenstark-Mentalität. Wir wollen ihnen eine positive Einstellung zum Leben, zu Situationen, zu anderen und vor allem auch zu sich selbst vermitteln. Sie sollen wissen, dass sie alles schaffen können, was sie wollen – wenn sie an sich glauben, sich die nötigen Fähigkeiten aneignen und dann aktiv in die Umsetzung gehen, um ihre Ziele zu erreichen.

Wichtig ist für uns auch, jedes Kind (generell jeden Menschen) in seiner Einzigartigkeit zu sehen. Denn nur so kann man die individuellen Rahmenbedingungen schaffen, damit sich ein Kind frei entfalten und seine Potenziale ausleben kann.

Außerdem wollen wir, dass unsere Kinder wissen, dass wir selbst immer nach besten Wissen und Gewissen handeln, aber dass auch Eltern nicht immer auf alles eine Antwort haben, Fehler machen und immer wieder etwas dazulernen. So wird gar nicht erst der Druck aufgebaut, bloß nichts falsch machen zu dürfen und Fehler werden nicht als schlecht angesehen, sondern als Möglichkeit, etwas zu lernen.

ideas4parents: Diese Einstellung unterschreiben wir sofort! Jeder Mensch hat seine eigenen individuellen Antworten und sollte auf sich selber hören. Und dabei ist es vollkommen okay, auch mal Fehler zu machen. Denn so lernen wir am Schnellsten. 🙂 

Was sind eure Lieblingsbücher für Kinder?

Zu unseren Lieblingsbüchern für Kinder gehören: „Pippi Langstrumpf“, „Momo“, „Peter Pan“, „Das kleine Ich bin Ich“, „Weißt du eigentlich wie lieb ich dich hab?“, „The little engine that could“ und „Kannst du nicht schlafen kleiner Bär?“.

ideas4parents: Das sind sehr schöne Bücher, danke für die Tipps. 🙂 

Wo kann man mehr über euch erfahren? (Social Media Links)

https://www.kreativi-production.de
Instagram: @kreativi.kinderwelt

Facebook: https://www.facebook.com/tivikleinerdrache

ideas4parents: Vielen Dank für das tolle Interview ihr Beiden! Wir wünschen euch von Herzen weiterhin viel Erfolg und dass eure Botschaft noch viele weitere Eltern und Kinder erreichen wird!

Hygge – von der Kunst, sein Kind frei zu erziehen

[*Dieser Post enthält Werbelinks]
Als ich zum ersten Mal von „hygge“ gehört hatte, stand ich in einem Buchladen und sah da einige Bücher mit diesem Titel herumliegen. „Was soll denn dieser Quatsch: Hygge! Wieder irgendsoein komischer Trend!“, dachte ich mir als erste Reaktion.

Alles hygge, oder was?!

Ein paar Wochen später, diesmal ein anderer Buchladen, aber wieder „hygge“! Als würde es mich verfolgen. Also gut, meine Neugier war geweckt. Da stand was von „Hygge – Die Dänen sind das glücklichste Volk auf Erden“ und „Warum dänische Kinder glücklicher und ausgeglichener sind“. Was ist bitteschön „hygge“?
Egal wie man dieses „hygge“ ausspricht, und egal, ob es nun ein Trend ist oder nicht. Die Dänen scheinen einiges an ihrem „hygge“ richtig zu machen. Denn die Dänen werden regelmäßig zu den glücklichsten Menschen der Welt erklärt – und wenn es den Erwachsenen gut geht, dann wird die Kindheit wohl auch gut verlaufen sein. Ich befasse mich also etwas mehr mit dem Thema und möchte wissen, was steckt hinter hygge und dem dazugehörigen dänischen Erziehungsstil.

Als Kind das Leben frei entdecken dürfen, das macht stark…

Ein kleiner Einblick in den „Hygge-Erziehungsstil“

Hygge bedeutet übersetzt in etwa Geborgenheit. Aber vielmehr ist es eine Grundeinstellung, eine Haltung und die entspricht einer Mischung aus Optimismus, Gelassenheit, Zuversicht ins Leben und Vertrauen in die Kinder.
Und wenn ich mir selber vorstelle, wie möchte ich – wäre ich noch ein Kind – erzogen und behandelt werden und wie möchte ich mich als Erwachsene wahrnehmen, dann fühlen sich diese Worte gut und richtig an, eine lebensbejahende Einstellung, die nicht nur Kinder glücklich macht, sondern die Eltern obendrein.

Das Kind ist von Grund auf gut

Die grundsätzliche Einstellung ist, dass das Kind von Natur aus immer gut ist, wenn überhaupt, dann ist sein Handeln schlecht. Aber selbst dann werden Bestrafungen (z.B. das Kind wird ins Zimmer geschickt) und Drohungen („Wenn Du jetzt nicht Zähne putzt, dann…!“) nicht eingesetzt. Statt Bestrafungen wird über das Geschehene gesprochen, warum ist das passiert? Und kann man es wieder gutmachen? Den Kindern soll so die Angst genommen werden, den Eltern etwas zu beichten.

Neugierig die Welt entdecken…

Gespräche führen mit den Kindern

Das A und O in diesem Erziehungsstil ist überhaupt das miteinander reden. Kinder dürfen Fragen stellen (auch Tabuthemen wie Sex oder Alkoholkonsum ansprechen) und werden dafür nicht verurteilt, sondern ihnen werden Antworten gegeben – möglichst, dass es das Kind versteht und es altersgerecht ist. Die Kinder lernen dadurch, dass sie ihren Kindern alles erzählen können und sich nicht für ihre Neugier schämen müssen oder gar geschimpft werden.

Viel Raum zum Spielen

Ein weiteres wichtiges Thema ist das „freie Spiel“. In Dänemark liegt die Konzentration weniger auf Leistung, als darauf, sich etwas zuzutrauen oder sich mit anderen auseinanderzusetzen. So wird deutlich mehr auf soziale und emotionale Kompetenzen Wert gelegt, um freie und selbstbewusste Kinder großzuziehen. Das bedeutet mehr Freiraum für die Kinder, weniger verplante Zeiten. Frei nach dem Motto, Kinder sollen selber suchen und entdecken dürfen, was sie für ein glückliches Leben brauchen, um freie und starke Persönlichkeiten zu werden.

Freiraum zum Spielen und den Wissensdurst stillen…

Führung statt Kontrolle

Dennoch ist der dänische Stil kein antiautoritärer, es gibt klare Grenzen und Regeln, die von allen eingehalten werden sollen. Die Eltern sollen das Kind innerhalb dieser Grenzen sicher führen und nicht kontrollieren. Dazu müssen sich die Eltern über ihre Werte bewusst werden und gemeinsam definieren. Gegenseitiger Respekt, Verständnis und Mitgefühl – das sind Werte, die seinem Kind vermittelt und vorgelebt werden sollen.
Das war natürlich nur ein kleiner Einblick in die dänische Erziehungskunst und ihrem „hygge“. Aber für die, die noch mehr zu diesem spannenden Thema wissen wollen, gibt es unten einen Buchtipp.
Ich für meinen Teil finde, „hygge“ ist ein toller Impuls, über den eigenen Erziehungsstil und die Lebenseinstellung an sich nachzudenken – ein bisschen (oder auch mehr) hygge schadet sicher nicht! 😉
Viele liebe Grüße
Eure ideas4parents-Romy
 

Mein Buchtipp zum Thema:

Podcast: Kinder ohne Strafe und ohne logische Konsequenz begleiten

 
Wie bringe ich mein Kind dazu, etwas zu tun – ganz ohne Strafe und ohne logische Konsequenz? Geht das überhaupt? In unserem heutigen Podcast geht es genau darum.

Jetzt anhören:

 

Geschwisterstreit – 7 Gründe, warum wir unsere Kinder streiten lassen sollten

 [*Dieser Post enthält Werbe-Links]
„Jetzt streitet ihr ja schon wieder! Das gibt‘s doch gar nicht! Kaum lässt man euch ein paar Minuten aus den Augen und schon fangt ihr wieder an!“
Kommt euch das bekannt vor? Dann habt ihr also auch zwei oder mehr Kinder, die sich ständig streiten? Meine beiden Jungs, Blondschopf (6) und Blauauge (4), können das besonders gut – sich streiten! Das kann als Eltern ganz schön ermüdend und nervig sein!
Doch was soll man als Eltern am besten tun, wenn die Kinder streiten? Soll ich eingreifen und den Streit beenden? Soll ich den „Sündenbock“ bestrafen? Oder mich etwa raushalten?
Bei meiner Recherche über Geschwisterstreitigkeiten habe ich einige interessante Dinge erfahren, u.a. kann ich stolz auf meine beiden Jungs sein. Ja, ihr habt richtig gehört! Denn beim Streiten können die beiden unglaublich viel voneinander lernen!

Zoff im Kinderzimmer

Warum streiten Geschwister eigentlich besonders oft?

Bei uns zuhause geht es meistens um (aus erwachsener Sicht) belanglose Dinge wie ein Spielzeug oder welche CD angehört wird. Wenn sie sich nicht einigen, dann gibt es schon mal Handgreiflichkeiten: schubsen, hauen, treten, beißen, spucken – meine Jungs haben die gesamte Palette drauf!
Wenn sich dabei einer von den beiden wehtut, dann wird geschrien wie am Spieß und der „Verletzte“ läuft zu Mama. Wie ich herausgefunden habe, geht es den Geschwistern beim Streiten häufig auch um Aufmerksamkeit und die Gunst der Eltern. Sie versuchen ihre Eltern zum Schiedsrichter zu machen, um zu sehen, wessen Partei sie ergreifen. Aber das ist im Grunde immer zum Scheitern verurteilt, denn wie soll man schon genau herausfinden, wer der „Bösewicht“ ist?!

Warum geht es gerade innerhalb der Familie so hoch her zwischen den Geschwistern?

Unter Geschwistern herrscht immer eine gewisse Rivalität, mal mehr, mal weniger ausgeprägt. Einer könnte ja zu kurz kommen. Und wie oben schon erwähnt, geht es den Kindern meist auch um die Aufmerksamkeit der Eltern.
Zudem gibt die Familie den Kindern Halt und Sicherheit. Die Geschwister sind immer da und bleiben es auch. Diese Beständigkeit erlaubt Kindern untereinander, sich auszuprobieren. Instinktiv wissen sie, der Bruder oder die Schwester bleiben bei mir, egal was passiert – wir bleiben miteinander verbunden. Dieses Vertrauen gibt ihnen viele Möglichkeiten sich selbst und den Anderen kennenzulernen und Grenzen auszutesten.

Die Rivalität der Geschwister ist meist umso größer, je geringer der Altersunterschied ist. Der Familienforscher Prof. Dr. Dr. Hartmut Kasten ist der Meinung, am besten lernen streitende Geschwister voneinander, wenn der Altersabstand drei Jahre beträgt. (Bei meinen Jungs sind es etwa 2,5 Jahre…) Der Grund dafür sei, dass die Kinder altersmäßig nahe genug beieinander liegen, um sich miteinander zu beschäftigen. Zudem sei aber dieser Abstand auch groß genug, um unterschiedliche Kompetenzen und Verhaltensweisen während eines Streits zu entwickeln.
Aber jetzt kommen wir zum Wesentlichen meiner Recherchen: Warum soll Streit jetzt nochmal gut für unsere Kinder sein?

7 Gründe, warum wir unsere Kinder streiten lassen sollten

Grundsätzlich lautet der Rat der Experten, sich nicht in die Streitigkeiten der Geschwisterkinder einzumischen. Dies gilt auch für Streitereien mit anderen Kindern auf dem Spielplatz, denn…

  1. Unsere Kinder müssen die Chance erhalten, ihre Meinungsverschiedenheiten selbst und eigenhändig auszufechten, damit sie die Fähigkeit erlernen können, Konflikte selbst zu lösen.
  2. In der Auseinandersetzung mit einem anderen lernt man sich selbst und den anderen besser kennen. Dies ist der Grundstock dafür, Freundschaften und Bindungen zu stärken.
  3. Streiten ist gut für die Persönlichkeitsentwicklung. (Ein eher zurückhaltendes Kind kann auf einmal mutig seine Wünsche durchsetzen und erfährt dadurch eine ganz neue Seite an sich. Oder das Kind lernt mit einer Niederlage umzugehen und lernt sich zu entschuldigen, weil es gerne wieder mit dem Bruder weiterspielen möchte.)
  4. Es fördert die sozialen Kompetenzen. Kinder erlernen im Streit mit den Geschwistern Mitgefühl. Sie lernen, wie man dem anderen verzeiht, sich entschuldigt oder wieder versöhnt und wie man Kompromisse schließt.
  5. Das Kind lernt, wie man eigene Grenzen zieht und die der anderen respektiert.
  6. Das Kind lernt, seine eigenen Bedürfnisse auszudrücken und wie es sie am besten durchsetzen kann.
  7. Insofern ist streiten für Kinder auch gesund, denn hier zeigt es seine Gefühle und frisst sie nicht in sich hinein. Ein gesunder Geist muss auch aufbrausende und wütende Gefühle zeigen dürfen.

Natürlich überschneiden sich die Punkte miteinander und sind nicht voneinander komplett zu trennen. Die sozialen Kompetenzen sind unweigerlich mit der Persönlichkeitsentwicklung verbunden und wer seine Bedürfnisse ausdrücken kann, der weiß, wie und wo er seine Grenzen zieht.
Diese durchaus erstrebenswerten Fähigkeiten kann das Kind aber nur erlernen, wenn nicht vorzeitig eingegriffen wird. Denn meist schaffen es Kinder auch ganz ohne elterliche Hilfe wieder aus dem Streit heraus und vertragen sich wieder so schnell, wie der Streit gekommen ist.

Wenn der Streit eskaliert, dann sollten die Eltern eingreifen.

Wann sollten wir Eltern in den Geschwisterstreit doch eingreifen?

  • Wenn sich die Kinder ernsthaft verletzen oder Gegenstände zerstören.
  • Oder wenn ein Kind komplett untergebuttert wird und haushoch unterlegen ist.
  • Wenn ein Kind sein Geschwisterteil absichtlich provoziert.
  • Oder wenn die Situation für andere (also auch für die Erwachsenen, die nicht unmittelbar beteiligt sind) nicht mehr tragbar ist (bedeutet beispielsweise, wenn die Kinder zu laut werden und man sich nicht mehr unterhalten kann).

Ist die Situation in diesem Sinne eskaliert, sollten die Kinder laut Expertenrat für einige Zeit räumlich getrennt werden, damit wieder Ruhe einkehren kann. Dann möglichst gemeinsam mit den Kindern eine Lösung suchen.

Was Eltern bei der Konfliktlösung beachten sollten

  • Nicht Partei ergreifen! Als Eltern läuft man schnell Gefahr immer dem Größeren die Schuld zu geben und übersieht dabei, dass immer zwei zu einem Geschwisterstreit gehören.
  • Auf Anschuldigungen wie „Der hat aber angefangen!“ nur mit „Und du hast mitgemacht!“ reagieren.
  • Die Kinder ernst nehmen und ihren Standpunkt erklären lassen (das funktioniert bei Kindern etwa ab 4 Jahren). Wenn die Kinder dann unter sich keine Lösung finden, kann man als Eltern einen oder zwei Lösungsansätze anbieten.
  • Immer beide Kinder zur Konsequenz ziehen, also z.B. beide Kinder aufräumen lassen.
  • Drohungen und Strafen bringen nichts.

Mein Fazit: Ich habe dazu gelernt, dass Geschwisterstreit völlig normal ist und Kinder streiten müssen, um viele Fähigkeiten zu erlernen, die sie in ihrem späteren Leben brauchen können.
Beim nächsten Streit versuche ich also, nicht sofort ins Kinderzimmer zu laufen und einen „Sündenbock“ zu finden, sondern warte ab, wie sich der Streit entwickelt. Es fällt mir schwer, nicht einzugreifen, aber ich schaffe es. Und dieser erste Praxistest zeigt: Plötzlich höre ich kein Geschrei mehr, sondern ein Lachen aus dem Kinderzimmer. Ich kann‘s kaum glauben, meine Jungs können ihre Streitereien tatsächlich alleine lösen. Ich bin stolz auf die zwei! 🙂

Habt ihr auch Kinder, die sich häufig miteinander streiten? Greift ihr eher ein oder lasst ihr den Streit laufen? Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen!
Viele liebe Grüße
Eure ideas4parents-Romy
 

Märchen machen Kinder stark! – Heute "Die Wichtelmänner"

Märchen-Minute bei ideas4parents

Unser Motto lautet „Märchen machen Kinder stark“  – daher kommt heute ein neues Märchen passend zur Weihnachtszeit: „Die Wichtelmänner“.
In der Geschichte der „Wichtelmänner“ wird die Botschaft der Dankbarkeit und der Uneigennützigkeit vermittelt. Gerade zur Adventszeit ein schönes Thema, um sich darauf wieder zu besinnen und achtsam miteinander umzugehen.
Nehmt euch also wieder ein paar Minuten Zeit und lasst euch heute von uns „Die Wichtelmänner“ erzählen. Kommt mit ins Märchenland!
Viel Spaß beim Zuhören, wünscht euch eure Romy


Und wer noch mehr schöne Geschichten und Märchen von uns hören möchte, der möge hier klicken. 🙂
 

Halloween Podcast: 2 Geschichten für mutige Kinder

 
Zu Halloween haben wir zwei Geschichten für euch. Die erste Geschichte handelt von dem mutigen Ritter Janus. In der zweiten Geschichte erzähle ich euch von der mutigen Bärin Monya.

Viel Spaß beim anhören! 🙂

3 Dinge, die Kinder brauchen, um Urvertrauen zu entwickeln

Betrachte die Welt als dein Selbst,
habe Vertrauen zum Sosein der Dinge,
liebe die Welt als dein Selbst;
dann kannst du dich um alle Dinge kümmern.
Laotse

Was ist eigentlich Urvertrauen?

Laut Wikipedia entwickelt sich Urvertrauen „im sehr frühen Kindesalter durch die verlässliche, durchgehaltene, liebende und sorgende Zuwendung von Dauerpflegepersonen (zumeist den Eltern). Es verschafft die innere emotionale Sicherheit, die später zu einem Vertrauen in seine Umgebung und zu Kontakten mit anderen Menschen überhaupt erst befähigt.
Urvertrauen ist demnach sowohl Grundlage für das Selbstwertgefühl wie für das Vertrauen in andere.

Ist es nicht ganz einfach, Urvertrauen zu entwickeln?

Als ich diese Wikipedia-Definition gelesen habe, war ich irgendwie verwundert: werden denn diese Grundlagen nicht von nahezu allen Familien erfüllt? Kenne ich etwa Eltern irgendwo in meinem weitesten Bekanntenkreis, denen ich diese „liebende und sorgende Zuwendung“ ihrer Kinder ernsthaft absprechen würde? Eigentlich kaum. Gibt es dann aber überhaupt einen Grund, Urvertrauen überhaupt hier mit aufzunehmen? Ist das nicht nur ein Problem von Extremfällen?
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Warum haben dann so viele Menschen ein schwaches Selbstwertgefühl?

Wenn ich mir andererseits überlege, wie viele Menschen allein mir im vertraulichen Gespräch schon über Probleme mit ihrem Selbstwertgefühl berichtet haben…
Oder wie viele Menschen mir schon begegnet sind, die anderen gegenüber im Grunde eher vorsichtig bis misstrauisch sind…
Und das sind jetzt nur diejenigen, die mir gegenüber ein so starkes Vertrauen hatten, dass sie sich mir so zeigen konnten, wie sie sind.
Alle anderen ausgeschlossen, die sich grundsätzlich nicht so weit öffnen würden – oder zumindest nicht mir gegenüber…
Und dabei würde ich ihre Familien absolut nicht als Extremfälle bezeichnen!
Ausnahmslos alle stammen aus eher bürgerlichen Verhältnissen mit mehr oder weniger durchschnittlichen Familien.
Hat sich denn vielleicht alles verändert inzwischen? Sind das Auswirkungen von früher, als noch weniger liebevolle Erziehungsmethoden praktiziert wurden? Ist heute alles besser geworden?
Das kann ich irgendwie nicht ganz glauben.
Ist es dann vielleicht so, dass das Grundvertrauen sich zwar entwickelt hatte, aber später zerstört wurde?
Hm, gerade das spricht aber gegen das Konzept dieses Begriffs. Gerade ein gesund entwickeltes Grundvertrauen macht die Menschen ja eher stark, so dass Enttäuschungen nicht zu viel Schaden anrichten (Extremfälle ausgeschlossen) – und die grundsätzliche Haltung positiv bleibt.

Urvertrauen ist keine Selbstverständlichkeit

Woran es auch immer mangeln mag, die Entwicklung von Urvertrauen ist absolut keine Selbstverständlichkeit. Vielleicht haben wir in unserer Gesellschaft hier noch nicht den richtigen Blick entwickelt für das, was Kinder unbedingt brauchen? Was bedeutet es eigentlich, dass diese Zuwendung „verlässlich“ sein muss, damit sich Grundvertrauen entwickelt? Wann bin ich als Papa meiner Tochter gegenüber unzuverlässig? Inwiefern und in welchen Situationen könnte sie sich von mir „im Stich gelassen“ fühlen?
Keine einfachen Fragen…
Vermutlich ist das für jeden Papa und jede Mama eine Frage, die er oder sie nur für sich selbst beantworten kann.
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Wie gehen wir in unserer Familie mit dem Thema um?

Damit Toto Grundvertrauen entwickeln kann, braucht sie unserer Meinung nach vor allem Geborgenheit, das Gefühl von Selbstwirksamkeit und den Schutz ihrer Integrität.

Geborgenheit

Gila und ich versuchen alles, was in unserer Macht steht, um für Toto eine Art Schutzhafen zu sein. In dem sie so sein darf wie sie ist, in dem Lachen und Weinen dazu gehört, angenommen und ernst genommen wird.
Kennt ihr das, wenn Kinder wollen, dass ihr auf ihre Hand blast, wenn sie hingefallen sind? Natürlich könnte man es ablehnen, weil es nichts bringt oder weil sie sich ja nicht wirklich sooo weh getan haben können.
Aber kommt es wirklich darauf an, wie sehr sie sich weh getan haben?

Selbstwirksamkeit

Zur Stärkung ihres Gefühls von Selbstwirksamkeit unterstützen wir nach Kräften alle Ansätze von Toto, etwas selbst(!) oder allein(!) zu tun.
Allerdings drängen wir sie nicht, da wir die Erfahrung gemacht haben, dass der natürliche Drang zur Selbständigkeit groß genug ist! ?
Wir ermutigen sie, wenn wir merken, dass sie es braucht. Aber wir versuchen zu akzeptieren, wenn sie mal wieder sagt: „Das möchte ich erst machen, wenn ich etwas größer bin.“ (Wortlaut Toto)
Wenn sie es aber von selbst möchte, darf sie (mit wenigen allzu gefährlichen oder teuren Ausnahmen) alles ausprobieren – auch wenn dadurch die Überlebenswahrscheinlichkeit bedeutender Dinge unseres Hausrats eindeutig vermindert wird.
Insbesondere komme ich persönlich immer wieder ins Schwitzen, wenn Toto neue und höhere Kletterziele für sich in Angriff nimmt. Erst vor kurzem ist sie mit größter Selbstverständlichkeit auf den absolut höchsten Turm des Spielplatzes geklettert. Zwar war das Herunterkommen dann nicht ganz so leicht, aber da war ja dann Papa da. (Ein Papa im Übrigen, der sich selbst nicht gerade als Kletteraffe definieren würde. Erst recht nicht, wenn er nur eine Hand zur Verfügung hat und unter dem anderen Arm eine hochzufriedene Tochter abseilt.)
Ein anderes Beispiel, das ich von einem unser Leser (danke Beni!) gehört habe, hat mich auch beeindruckt. Er übt mit seinem Kind ‚Intuitives Bogenschießen‘. Eine tolle Übung auch des eigenen Vertrauens auf die eigenen Fähigkeiten! (Wer mehr dazu erfahren will, melde sich bei mir!)

Schutz der Integrität

Gerade in Situationen des sogenannten „Trotzes“ bemühen wir uns, Totos Integrität so gut zu wahren wie wir können. Auch wenn es in diesen Situationen auch oft nicht gelingt. Wir versuchen also weitestgehend, uns nicht mittels elterlichen Zwangsmaßnahmen („trotziges Kind einfach ins Auto tragen“ o. ä.) durchzusetzen. Natürlich ist das nicht immer leicht, und wir kommen dabei regelmäßig an unsere Grenzen.
Aber wir üben uns von Tag zu Tag in größtmöglicher Geduld und Gelassenheit! 😉
In diesem Sinn wünsche ich auch euch größtmögliche Gelassenheit und freue mich über alle Meinungen und Tipps, die ihr zur Entwicklung von Urvertrauen habt.
Alles Liebe!
Andreas
Schaut euch doch auch meine anderen Posts unserer Blogreihe  „Wie wird mein Kind stark fürs Leben?“ an:
Wie wird mein Kind stark fürs Leben?
4 Stärken, die Kinder von heute brauchen
Wie du die Kreativität und Anpassungsfähigkeit deines Kindes fördern kannst