Podcast: Kinder ohne Strafe und ohne logische Konsequenz begleiten

 
Wie bringe ich mein Kind dazu, etwas zu tun – ganz ohne Strafe und ohne logische Konsequenz? Geht das überhaupt? In unserem heutigen Podcast geht es genau darum.

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Geschwisterstreit – 7 Gründe, warum wir unsere Kinder streiten lassen sollten

 [*Dieser Post enthält Werbe-Links]
„Jetzt streitet ihr ja schon wieder! Das gibt‘s doch gar nicht! Kaum lässt man euch ein paar Minuten aus den Augen und schon fangt ihr wieder an!“
Kommt euch das bekannt vor? Dann habt ihr also auch zwei oder mehr Kinder, die sich ständig streiten? Meine beiden Jungs, Blondschopf (6) und Blauauge (4), können das besonders gut – sich streiten! Das kann als Eltern ganz schön ermüdend und nervig sein!
Doch was soll man als Eltern am besten tun, wenn die Kinder streiten? Soll ich eingreifen und den Streit beenden? Soll ich den „Sündenbock“ bestrafen? Oder mich etwa raushalten?
Bei meiner Recherche über Geschwisterstreitigkeiten habe ich einige interessante Dinge erfahren, u.a. kann ich stolz auf meine beiden Jungs sein. Ja, ihr habt richtig gehört! Denn beim Streiten können die beiden unglaublich viel voneinander lernen!

Zoff im Kinderzimmer

Warum streiten Geschwister eigentlich besonders oft?

Bei uns zuhause geht es meistens um (aus erwachsener Sicht) belanglose Dinge wie ein Spielzeug oder welche CD angehört wird. Wenn sie sich nicht einigen, dann gibt es schon mal Handgreiflichkeiten: schubsen, hauen, treten, beißen, spucken – meine Jungs haben die gesamte Palette drauf!
Wenn sich dabei einer von den beiden wehtut, dann wird geschrien wie am Spieß und der „Verletzte“ läuft zu Mama. Wie ich herausgefunden habe, geht es den Geschwistern beim Streiten häufig auch um Aufmerksamkeit und die Gunst der Eltern. Sie versuchen ihre Eltern zum Schiedsrichter zu machen, um zu sehen, wessen Partei sie ergreifen. Aber das ist im Grunde immer zum Scheitern verurteilt, denn wie soll man schon genau herausfinden, wer der „Bösewicht“ ist?!

Warum geht es gerade innerhalb der Familie so hoch her zwischen den Geschwistern?

Unter Geschwistern herrscht immer eine gewisse Rivalität, mal mehr, mal weniger ausgeprägt. Einer könnte ja zu kurz kommen. Und wie oben schon erwähnt, geht es den Kindern meist auch um die Aufmerksamkeit der Eltern.
Zudem gibt die Familie den Kindern Halt und Sicherheit. Die Geschwister sind immer da und bleiben es auch. Diese Beständigkeit erlaubt Kindern untereinander, sich auszuprobieren. Instinktiv wissen sie, der Bruder oder die Schwester bleiben bei mir, egal was passiert – wir bleiben miteinander verbunden. Dieses Vertrauen gibt ihnen viele Möglichkeiten sich selbst und den Anderen kennenzulernen und Grenzen auszutesten.

Die Rivalität der Geschwister ist meist umso größer, je geringer der Altersunterschied ist. Der Familienforscher Prof. Dr. Dr. Hartmut Kasten ist der Meinung, am besten lernen streitende Geschwister voneinander, wenn der Altersabstand drei Jahre beträgt. (Bei meinen Jungs sind es etwa 2,5 Jahre…) Der Grund dafür sei, dass die Kinder altersmäßig nahe genug beieinander liegen, um sich miteinander zu beschäftigen. Zudem sei aber dieser Abstand auch groß genug, um unterschiedliche Kompetenzen und Verhaltensweisen während eines Streits zu entwickeln.
Aber jetzt kommen wir zum Wesentlichen meiner Recherchen: Warum soll Streit jetzt nochmal gut für unsere Kinder sein?

7 Gründe, warum wir unsere Kinder streiten lassen sollten

Grundsätzlich lautet der Rat der Experten, sich nicht in die Streitigkeiten der Geschwisterkinder einzumischen. Dies gilt auch für Streitereien mit anderen Kindern auf dem Spielplatz, denn…

  1. Unsere Kinder müssen die Chance erhalten, ihre Meinungsverschiedenheiten selbst und eigenhändig auszufechten, damit sie die Fähigkeit erlernen können, Konflikte selbst zu lösen.
  2. In der Auseinandersetzung mit einem anderen lernt man sich selbst und den anderen besser kennen. Dies ist der Grundstock dafür, Freundschaften und Bindungen zu stärken.
  3. Streiten ist gut für die Persönlichkeitsentwicklung. (Ein eher zurückhaltendes Kind kann auf einmal mutig seine Wünsche durchsetzen und erfährt dadurch eine ganz neue Seite an sich. Oder das Kind lernt mit einer Niederlage umzugehen und lernt sich zu entschuldigen, weil es gerne wieder mit dem Bruder weiterspielen möchte.)
  4. Es fördert die sozialen Kompetenzen. Kinder erlernen im Streit mit den Geschwistern Mitgefühl. Sie lernen, wie man dem anderen verzeiht, sich entschuldigt oder wieder versöhnt und wie man Kompromisse schließt.
  5. Das Kind lernt, wie man eigene Grenzen zieht und die der anderen respektiert.
  6. Das Kind lernt, seine eigenen Bedürfnisse auszudrücken und wie es sie am besten durchsetzen kann.
  7. Insofern ist streiten für Kinder auch gesund, denn hier zeigt es seine Gefühle und frisst sie nicht in sich hinein. Ein gesunder Geist muss auch aufbrausende und wütende Gefühle zeigen dürfen.

Natürlich überschneiden sich die Punkte miteinander und sind nicht voneinander komplett zu trennen. Die sozialen Kompetenzen sind unweigerlich mit der Persönlichkeitsentwicklung verbunden und wer seine Bedürfnisse ausdrücken kann, der weiß, wie und wo er seine Grenzen zieht.
Diese durchaus erstrebenswerten Fähigkeiten kann das Kind aber nur erlernen, wenn nicht vorzeitig eingegriffen wird. Denn meist schaffen es Kinder auch ganz ohne elterliche Hilfe wieder aus dem Streit heraus und vertragen sich wieder so schnell, wie der Streit gekommen ist.

Wenn der Streit eskaliert, dann sollten die Eltern eingreifen.

Wann sollten wir Eltern in den Geschwisterstreit doch eingreifen?

  • Wenn sich die Kinder ernsthaft verletzen oder Gegenstände zerstören.
  • Oder wenn ein Kind komplett untergebuttert wird und haushoch unterlegen ist.
  • Wenn ein Kind sein Geschwisterteil absichtlich provoziert.
  • Oder wenn die Situation für andere (also auch für die Erwachsenen, die nicht unmittelbar beteiligt sind) nicht mehr tragbar ist (bedeutet beispielsweise, wenn die Kinder zu laut werden und man sich nicht mehr unterhalten kann).

Ist die Situation in diesem Sinne eskaliert, sollten die Kinder laut Expertenrat für einige Zeit räumlich getrennt werden, damit wieder Ruhe einkehren kann. Dann möglichst gemeinsam mit den Kindern eine Lösung suchen.

Was Eltern bei der Konfliktlösung beachten sollten

  • Nicht Partei ergreifen! Als Eltern läuft man schnell Gefahr immer dem Größeren die Schuld zu geben und übersieht dabei, dass immer zwei zu einem Geschwisterstreit gehören.
  • Auf Anschuldigungen wie „Der hat aber angefangen!“ nur mit „Und du hast mitgemacht!“ reagieren.
  • Die Kinder ernst nehmen und ihren Standpunkt erklären lassen (das funktioniert bei Kindern etwa ab 4 Jahren). Wenn die Kinder dann unter sich keine Lösung finden, kann man als Eltern einen oder zwei Lösungsansätze anbieten.
  • Immer beide Kinder zur Konsequenz ziehen, also z.B. beide Kinder aufräumen lassen.
  • Drohungen und Strafen bringen nichts.

Mein Fazit: Ich habe dazu gelernt, dass Geschwisterstreit völlig normal ist und Kinder streiten müssen, um viele Fähigkeiten zu erlernen, die sie in ihrem späteren Leben brauchen können.
Beim nächsten Streit versuche ich also, nicht sofort ins Kinderzimmer zu laufen und einen „Sündenbock“ zu finden, sondern warte ab, wie sich der Streit entwickelt. Es fällt mir schwer, nicht einzugreifen, aber ich schaffe es. Und dieser erste Praxistest zeigt: Plötzlich höre ich kein Geschrei mehr, sondern ein Lachen aus dem Kinderzimmer. Ich kann‘s kaum glauben, meine Jungs können ihre Streitereien tatsächlich alleine lösen. Ich bin stolz auf die zwei! 🙂

Habt ihr auch Kinder, die sich häufig miteinander streiten? Greift ihr eher ein oder lasst ihr den Streit laufen? Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen!
Viele liebe Grüße
Eure ideas4parents-Romy
 

Familienprogramm für Alle – 10 Ideen für ein faires Familienprogramm

Andrea mit Mann und drei Kindern ruft auf ihrem Blog Kinderalltag zur Blogparade auf: „Eines für Alle“, ein Familienprogramm, das Alle gleichermaßen glücklich macht. Das spricht mich harmoniebedürftige Mama doch gleich an. In meiner kleinen Familie mit Andi, dem Papa, mit mir als Mama, und mit Toto, der tollen Tochter ist das ganz einfach 😉

Bedürfnisse, Kompromisse und das faire Familienprogramm

Wie gehen wir mit unterschiedlichen Bedürfnissen um? Muss man immer Kompromisse schließen und die Zeit zusammen verbringen? Wie stellen wir das Familienprogramm ausgewogen zusammen?
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Unterschiedliche Bedürfnisse innerhalb der Familie

Lassen sich die Wünsche in einer Familie nicht verbinden, ist mindestens ein Familienmitglied enttäuscht, verärgert oder traurig. Ich verkneife mir ein „ist doch nicht so schlimm“, denn die Tochter verhält sich so, als ob es sehr wohl so ist. Also bin ich da und tröste sie.

Ambivalente Bedürfnisse

Nicht nur miteinander haben wir in der Familie Konflikte, sondern auch mit uns selbst. Ich will Zeit mit der Familie, alleine, zu zweit, mit einer Freundin oder Zeit für die Arbeit oder für eine Leidenschaft.

Kompromiss als gemeinsame Lösung?

Wie handeln wir Eltern bei unterschiedlichen Vorstellungen, wie wir die freien Stunden gestalten? Wir halten es alle zusammen aus, dass man manchmal gewinnt und manchmal verliert, wie beim Wettbewerbsspiel auch. Mal ist einer der, der nachgibt und dann ist er der, der sich durchsetzt. Oder wir können uns so einigen, dass alle gewinnen, wie bei einem Kooperationsspiel. Die Eltern machen zwei verschiedene Angebote und die Kinder können sich bei einem der Angebote anschließen. Mal gibt es Kinderprogramm und dann wieder Erwachsenenprogramm. Welche Lösungen fallen euch ein?
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10 Ideen für ein faires Familienprogramm

Wunsch frei!

  • Wunschwoche: Jeder hat innerhalb einer Woche einen Wunsch frei: Die Tochter will Pony reiten, der Mann möchte ins Kino und ich mag einen Tanzworkshop besuchen. Freitagabend gehört dem Mann nach Feierabend, mir der Samstagnachmittag und der Tochter der Sonntag, zusammen mit uns. Bei mehreren Kindern kann man die Wünsche für einen Monat sammeln. Allein der Austausch darüber und das gehört werden ist für Alle schön.
  • Wunschkonzert über den Tag verteilt: Andi geht ins Fitness Studio, Toto will mit uns viel Lego spielen, ich bin für einfaches Essen holen statt kochen und fahre dabei Rad. Die Wünsche der Kinder können auch klein und machbar sein!
  • Wunschtag: Jedes Familienmitglied bekommt im Zeitraum von ein bis drei Monaten einen Tag, an dem es aussucht, wie es den Tag verbringen möchte.
  • Wunschliste: in diese Liste trägt jedes Familienmitglied Ausflüge ein, die über das Jahr verteilt unternommen werden.

Alltag und Ausflüge

  • Ausflüge planen und ergebnisoffen sein: Das geplante Kinderfest fällt aus, unser Kind ist enttäuscht und wir trösten es. Danach suchen wir gemeinsam nach einer Alternative. Sind wir zögerlich und unentschlossen, klingt es nicht verlockend. Sind wir begeistert, ist Toto meistens dabei. Ja, wir könnten uns als Saisonanimateure anheuern lassen, aber wir langweilen uns auch zeitweise. Warum?
  • Däumchen drehen für die Kreativität: Nichts zu tun haben und schauen, was passiert. Wie jetzt? Nicht fördern und nicht unterhalten, einfach da sein? Dann können Kinder selbst kreativ werden. Mit den Worten Jesper Juuls: „Wenn Ihr Kind zu Ihnen kommt und sagt: „Mir ist sooo langweilig“, dann umarmen sie es und sagen: „Herzlichen Glückwunsch, mein Freund! Es interessiert mich, zu sehen, was du jetzt tust.“
  • Sich treiben lassen: Wir ziehen uns an, wann wir wollen, manchmal erst am Nachmittag. Wir spielen, tanzen und träumen oder ziehen um die Häuser.
  • Gemeinsame Mission: Die Pflichten werden gemeinsam erledigt. Einkaufstour, Staubsauger reiten und Wäschebasketball. Nein, es macht nicht immer Spaß, aber wir arbeiten daran. Wir sind eine Familie, in der jeder seine Aufgaben hat und mithilft.
  • Sich etwas Besonderes vornehmen: Wir besuchen einen Ort, den wir noch nie zuvor besucht haben. Einen Indoorspielplatz bei Regen, ein kinderfreundliches Museum oder ein Kindertheater.
  • Langfristiges Glück: Ich wünsche mir die Tochter als unabhängiges glückliches Wesen, das nicht dauernd unterhalten wird, sondern mit Ärger, Traurigkeit und Langeweile umgehen lernt. So erfährt sie, dass sie Dinge beeinflussen kann und dass, das Glück in ihr selbst ist.ideas4parents-idee-familienprogramm

In einer Familie mit Kind oder Kindern wird laut gelacht, gepoltert, leise gespielt und gelesen, Spaß und Langeweile erlebt, gezankt und Frieden geschlossen. Ein volles Programm für Alle, oder?
Wie gestaltest Du die Zeit mit Deiner lieben Bande?
 
 

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