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Die Lüge an sich hat kein besonders gutes Image, und vor allem, wenn es darum geht, dass Kinder lügen. Vielleicht kann ich mit diesem Blogpost ein klein wenig Abhilfe schaffen… Wenn Kinder anfangen zu lügen, hat das nämlich auch was Gutes.

5 Gründe, warum lügen gut für dein Kind ist

Letztens hat mich mein Sohn Blondschopf (7) kurz vorm Schlafengehen gefragt, ob ich es eigentlich wirklich sehen kann, wenn er lügt und ob seine Nase dann echt länger wird.

Ich musste in mich hinein grinsen, denn er war offenbar leicht beunruhigt, was seine Lügen-Moral und die Größe seiner Nase betraf. Als ich ihm dann erklärte, dass „Pinocchio“ nur eine Holzpuppe sei und das Ganze nur eine erfundene Geschichte, in der Pinocchios Nase länger wird, umso mehr er lügt, war Blondschopf sichtlich beruhigt und konnte schließlich gut einschlafen. ?

Hilfe, mein Kind lügt!

Was bewegt unsere Kinder zu lügen? Oft sind es nur kleine Lügen, mit denen uns unsere Kinder anschwindeln. Bei uns ist es zum Beispiel die Antwort auf die Frage „Hast du dir die Hände gewaschen?“ „Ja!“ „Mit Seife?“ „Ja…“. Und ich weiß ganz genau, das war gelogen. Daher ein tiefer Blick in die Augen meines Sohnes „Wirklich?“ „Ja, echt! Hab ich!“ „Und warum sind sie dann noch schmutzig?“…

Da steht sie im Raum, die Lüge…

 

Manchmal fühlen wir uns als Eltern auch in unserem Vertrauen von den Kindern betrogen, wenn sie uns anlügen. („Hast du die Wand angemalt?“ „Nein, ehrlich, das war ich nicht, das war mein Bruder!…“) Es ärgert uns, dass wir so dreist angelogen werden und die Schuld sogar auf den Bruder geschoben wird, der gar nicht anwesend ist! Wir möchten, dass das Kind seinen Fehler gefälligst zugibt.

Wir Mamis machen uns dann manchmal Sorgen und Vorwürfe: Woran liegt es, dass mein Kind lügt? Habe ich es falsch erzogen? Ist es gut, wenn mein Kind lügt? Soll ich meinem Kind das Lügen verbieten? Machen das andere Kinder auch?

Gründe für das Lügen

Es gibt die unterschiedlichste Gründe für das Lügen. Kleine Kinder zum Beispiel können noch nicht richtig zwischen Realität und Phantasie unterscheiden und erfinden Geschichten, die sie noch zusätzlich mit Wünschen ausschmücken. Ältere Kinder lügen, weil sie Angst vor Strafen haben oder vielleicht mit einer übertriebenen Geschichte nach Anerkennung suchen. Und schließlich gibt es die vielen höflichen Alltagslügen, die uns ein harmonisches Miteinander versprechen. Die Gründe sind mannigfaltig.

Auweia…

Doch der Expertenrat zum Umgang mit Lügen ist klar: Eltern sollten beim Lügen der Kinder nicht so streng sein! Denn nur, wenn die Kinder das Gefühl haben, geliebt und verstanden zu werden, ganz gleich, was sie ausgefressen haben, sich sie eher bereit, ehrlich zu sein und Verantwortung für ihre Fehler zu übernehmen.

Fest steht, es ist völlig normal, wenn Kinder lügen und tatsächlich ist es sogar wichtig, dass Kinder das Lügen erlernen.

Lügen als Entwicklungsschritt

Denn Lügen bedeutet ein enormer Entwicklungsschritt beim Kind. Erst mit etwa 3 ½ Jahren entdecken sie die Fähigkeit zu lügen. Und das heißt noch nicht, dass sie es richtig gut können und ihre Gefühle diesbezüglich unter Kontrolle haben – denn das muss man zum überzeugenden Lügen schließlich können. Erlernt ein Kind (endlich) zu lügen, so ist das allerdings ein Zeichen dafür, dass es gerade enorm gewachsen ist! ?

 

5 Gründe, warum lügen gut für dein Kind ist

  1. Um Lügen zu können brauchen Kinder ein starkes „Ich-Bewusstsein“. Das ist die Grundvoraussetzung, um lügen zu erlernen. Erst mit diesem Selbstbewusstsein können sich die Kinder in die Gedankenwelt anderer hineinversetzen und die Perspektive eines anderen einnehmen, sprich sich einfühlen. Wenn Kinder mit dem Lügen anfangen, bedeutet das also, dass sie gelernt haben, dass es einen Unterschied zwischen dem gibt, was sie selbst glauben, und dem, was der andere glaubt.
  2. Wer lügt, lernt sich selbst und seine Umgebung besser kennen.
  3. Wer lügt, lernt die Kontrolle über seine eigenen Emotionen. (Denn wer beim Lügen plötzlich anfängt zu grinsen, dem glaubt man nicht…)
  4. Mit dem Erwachen der Lüge, entwickelt sich auch der Gegenspieler, nämlich das Gewissen. Kinder entwickeln ein Gefühl dafür, ob das Handeln anderer Menschen und schließlich auch die eigenen Handlungen richtig sind für das eigene moralische Verständnis und das ihres Umfelds. Das erfordert große soziale und emotionale Kompetenz. (Jedoch liegen kindliche Moral und die erwachsene Moral oft sehr weit auseinander…) (Quelle: „Kinder verstehen. Born to be wild: Wie die Evolution unsere Kinder prägt.“ Herbert Renz-Polster, Kösel-Verlag, München)
  5. Gehört dein Kind zu den frühreifen Lügnern? Dann darf ich dich beglückwünschen, denn Entwicklungspsychologen gehen davon aus: Je intelligenter ein Kleinkind ist, umso früher beginnt es mit dem Lügen. Lügen ist nämlich – laut Entwicklungspsychologen – eine komplexe und intellektuell schwierige Leistung.

Das Erlernen des Lügens darf also als wichtiger Meilenstein in der emotionalen und sozialen Entwicklung eines Kindes angesehen werden – auch wenn es natürlich moralisch meistens eher verwerflich ist… Doch vielleicht fällt es mit diesem Wissen ab und an etwas leichter, über die ein oder andere kleine Schwindelei seines Kindes mit einem wissenden Lächeln hinwegzusehen. 😉

Habt ihr auch Kinder, die ab und an mal flunkern? Hinterlasst doch einen Kommentar, und erzählt mir von euren Erfahrungen.

Viele liebe Grüße

Eure ideas4parents-Romy

ideas4parents - Romy

ideas4parents - Romy

Romy hat zwei sehr lebhafte und vergnügte Jungs: Blondschopf und Blauauge. Für die beiden überwindet sie ihre Höhenangst und rutscht von den höchsten Rutschen (aber bei aller Liebe, es gibt Grenzen!).
ideas4parents - Romy

Author: ideas4parents - Romy

Romy hat zwei sehr lebhafte und vergnügte Jungs: Blondschopf und Blauauge. Für die beiden überwindet sie ihre Höhenangst und rutscht von den höchsten Rutschen (aber bei aller Liebe, es gibt Grenzen!).

2 thoughts on “Hilfe, mein Kind lügt! – 5 Gründe, warum lügen gut für dein Kind ist”

  1. Liebe Romy,
    das ist ein wirklich sehr schöner und wichtiger Artikel!
    Das Verhalten verstehen, anstatt es gleich als schlecht abzustempeln – so lernen die Kinder auch, weniger über andere zu urteilen.
    Danke für den tollen Beitrag !
    Liebe Grüße
    Marina <3

    1. Liebe Marina,
      vielen Dank!
      Ja, genau, und wenn man versucht, das Positive dran zu sehen und eine andere Perspektive einnimmt, dann kann man im Alltag ein bisschen besser damit umgehen. 🙂
      Liebe Grüße
      Romy

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