Vor 6 Wochen sind wir als Familie zum ersten Mal umgezogen, wir haben uns quasi verpflanzt von der Stadt aufs Land – und die Entscheidung dazu war kein leichter Schritt.
Die Eingewöhnung im neuen Umfeld und die Gestaltung unserer Wohnung wird zwar bestimmt noch dauern, aber wir haben es jetzt so grundsätzlich geschafft.
Ich möchte euch heute von diesem ersten Familienumzug erzählen, von unseren Gedanken vorab und von unserer Organisation eines zumindest halbwegs familiengerechten Umzugs.
Müssen wir wirklich umziehen?
Wir haben die Frage, ob wir umziehen müssen, so lange negativ beantwortet, wie das irgendwie möglich war. Wir liebten unsere Münchner 2-Zimmer-Wohnung im zentral gelegenen Neuhausen. Die Wohnung war nicht groß, doch im Vergleich zu ähnlichen Alternativen halbwegs erschwinglich.
Als unsere Tochter geboren wurde, lebten wir über drei Jahre dort. Während der Schwangerschaft hatten wir uns ausgerechnet, dass es für die erste Zeit prima klappen würde. Und nach der Geburt verschwendeten wir keine Gedanken und keine Energie: ein Umzug wäre in dieser Zeit unmöglich gewesen!
Doch dann rückte die Kindergartenzeit näher, unsere Tochter schloss erste Freundschaften, die Frage drängte sich auf. – Und es war schnell klar: Wir werden umziehen…
Aber wann??
Da unsere Tochter kein großes Bedürfnis nach einem eigenen Zimmer zeigte, fühlten wir uns eigentlich nicht unter Zeitdruck.
Eigentlich.
Wäre da nicht die große Kindergartenfrage auf uns zugekommen…
Wir wollten vermeiden, sie kurz nach der Eingewöhnung gleich wieder herausnehmen zu müssen. Und das hieß: entweder vorher oder einige Zeit nach dem Kindergartenbeginn!
Wir haben uns für vorher entschieden.
Und wohin?
Als das WANN bestimmt war, hat uns das WOHIN lange beschäftigt. Während unserer Suche schwankten wir noch lange Zeit zwischen Stadt und Land – und dann zwischen dem Westen, Norden und Süden Münchens.
Schließlich war wenigstens klar, dass wir wegen der Münchener Mietpreise ins Umland umsiedeln würden. Da die Auswahl nicht so groß war, verschlug es uns zufällig in den Münchner Nord-Western.
Dann begann die Umzugsorganisation…
Und wie organisieren wir den Umzug familiengerecht?
Da unsere Tochter ganztags zu Hause war, mussten wir einen familiengerechten Weg für die Organisation des Umzugs finden.
Wir haben uns für den Umzug ganz viel Zeit eingeräumt, schon Wochen vor dem Umzug nach und nach die Kisten gepackt und die Schränke abgebaut – und dabei unsere Tochter immer eingebunden. (Sie wollte mir z. B. immer helfen, die kleineren Brettern aus den Schränken zu nehmen, die sie bereits tragen konnte…)
Das war planerisch etwas herausfordernder als ohne Kind – aber letztlich konnte auch sie sich auf diese Weise gut auf den Umzug einstellen!
Auch die Nachmietersuche blieb uns leider nicht erspart. Aber auch hier fand unsere Tochter zumindest zu Beginn die vielen Besuche bei uns in der Wohnung noch recht spannend.
Wir nahmen uns einen Monat Zeit für den eigentlichen Umzug: zwei Wochen, um die neue Wohnung vorzubereiten, zwei Wochen, um die alte Wohnung wieder soweit herzurichten, wie es unser Mietvertrag vorschrieb.
Diese doppelte Mietzahlung verschaffte uns viel Luft – und ich kann nur jedem dazu raten (wenn es sich irgendwie einrichten lässt).
Abschied nehmen – und der Umzugstag…
Schließlich kamen die letzten Tage in unserer Wohnung und der Abschied.
Wir verabschiedeten uns von ein paar Restaurants, in denen wir häufiger zu dritt gewesen waren. Und auch wenn unsere Tochter noch nicht in den Kindergarten ging, gab es doch ein paar Kinder, die sie schon etwas besser kannte. Wir verabschiedeten uns auch von ihnen in einer nahen Eisdiele. Wir dachten, dass es nicht schaden könnte, dem Abschied auch eine zumindest kleine Form zu geben…
Am Umzugstag selbst unterstützten uns dann zum Glück viele liebe Freunde, ohne die wir es dieses Mal nicht so leicht geschafft hätten!
Mein Fazit des ersten Familienumzugs
Ein Familienumzug ist anders! Neben der zeitlichen Planung bedarf es einer besonderen Organisation, um den Stresspegel halbwegs erträglich zu halten und die Kinder auf dem Weg auch mental „mitnehmen“ zu können!
Ich hoffe, das ist uns halbwegs gelungen. Jedenfalls fragte unsere Tochter bisher nicht, wann wir wieder „heimfahren“ würden…
Falls ihr ebenfalls gedenkt, mit euren Familien umzuziehen, wünsche ich euch alles Gute dabei.
Bis zum nächsten Mal!
Euer Andreas