Warum wir Stolz auf unser Alltagschaos sind! – Für mehr Realität auf Social Media

 

Eltern versinken ja gerne mal im Alltagschaos – ob sie es zugeben oder nicht. Ja, auf Instagram sieht das Leben von anderen manchmal so perfekt aus. Da kann es schon passieren, dass man anfängt an sich selbst zu zweifeln. Wie bekommen andere Eltern das alles so gut unter einen Hut? Wie schaffen sie es, dass die Wohnung immer so perfekt aufgeräumt ist? Und wie bekommen es manche Mütter hin, jeden Tag so gut auszusehen?

Ist alles Fake auf Social Media?

Tja, das sind gute Fragen. Die wichtigste aber ist: Ist das denn überhaupt alles echt? Bei manchen – vielleicht. Aber sicher nicht bei jedem. Ein Foto sagt vielleicht mehr als tausend Worte, aber es kann dir unmöglich das Leben dieser Person erklären. Du siehst nur einen kleinen Ausschnitt daraus. Und davon solltest du dich nicht zu sehr beeinflussen lassen.

Und auch wenn wir wissen, dass wir nicht alles glauben sollten, was wir auf den Social Media Plattformen sehen, ist es doch trotzdem immer schön, auch offene und authentische Posts zu entdecken, sich mit anderen ehrlich auszutauschen und vielleicht auch kleine Einblicke in das „nichtinstataugliche“ Alltagschaos der anderen zu bekommen.

Wir lieben unser Alltagschaos!

Und genau deshalb haben wir im November auch endlich unsere erste eigene #Instachallenge gestartet, die genau dieses Thema hatte. Nämlich der unbeschönigte,  unfotogene und manchmal sehr chaotische Elternalltag. Denn wir sind der Meinung, dass das Alltagschaos doch viel aufregender ist, als glattgebügelte und perfekt inszenierte Bilder.

Unter dem Hashtag #deralltagkannmirnixchallenge haben wir einen Monat lang jeden Tag ein Thema vorgegeben, zu welchem jeder der Lust hatte ein Bild posten konnte. Und tatsächlich waren einige Eltern mutig genug und haben uns an ihrem Alltag teilhaben lassen.

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Unter den mutigen waren unter anderem Anne von Meine Eltern-Zeit, Katharina von Küken&Nest, Iva von Jungemama, Ulrike von niedlich.es und andere. Wir haben uns wirklich sehr über so viel Offenheit gefreut und bedanken uns ganz herzlich bei allen die mitgemacht haben! <3
Wir werden die Challenge bestimmt bald mit neuen Themen wiederholen. Wenn du auch mitmachen möchtest, dann folge uns doch gerne auf Instagram.
Ideas4parents auf Instagram ansehen
Wir freuen uns auf dich!
Fühlst du dich durch Social Media manchmal unter Druck gesetzt?
 

Lifehacks für Eltern: Klartext reden (+Video)

Bei ideas4parents geht es heute um das Thema Klartext reden. Ich erzähle euch in einem kleinen Video davon, wie ich mich manchmal dabei ertappe, meine Tochter Toto Dinge zu fragen, auch wenn es gar nichts zu entscheiden gibt.

Viel Spaß bei unserem Video 🙂

Wie wird mein Kind stark fürs Leben?

Ab heute macht ideas4parents Kinder stark!

Wer uns schon eine Weile kennt, fällt sicher auf, dass wir seit heute anders aussehen. 😮

Still und heimlich haben wir uns in den letzten Monaten Schritt für Schritt „neu erfunden“.
Und neben unserem veränderten Äußeren möchten wir uns auf einen Themenbereich konzentrieren, der uns allen besonders am Herzen liegt:

ideas4parents will dazu beitragen, Kinder stark zu machen für diese Welt!

Ihr findet hier zukünftig „Tipps und Lifehacks zum spielerischen Lernen“ – besonders ausgerichtet auf Vorschulkinder.
Und dabei ist uns das „Spielerische“ besonders wichtig. Unser Team möchte Ideen anregen, wie Kinder heute noch Kinder bleiben dürfen – und gerade dadurch stark werden fürs Leben!
Immer wieder hört man ja vom Förderwahn, der heute schon im Kita-Alter um sich greift. Und dagegen möchten wir gerne ideas4parents setzen. Eure Fundgrube für einen entspannten und spielerischen Einstieg in das Thema „Lernen“.
Auch anhand unserer neuen Kategorien „Bewegung“, „Begleitung“ und „Beziehung“ könnt ihr erahnen, dass wir das Thema „Lernen“ aus einem etwas anderes Blickwinkel angehen.

Lasst euch überraschen! Und wenn ihr Anregungen und Feedback habt, dann immer her damit!

Start der Blogreihe: „Wie wird mein Kind stark fürs Leben?

Ich starte mit dem heutigen Post eine neue Blogreihe, in der ich euch unseren persönlichen Familienweg vorstelle zum Thema „Wie wird mein Kind stark fürs Leben“.

Grundsätzlich möchten wir Eltern unsere Kinder ja bestmöglich vorbereitet wissen auf das Leben, das vor ihnen liegt. Wir möchten sie vorbereitet wissen, auch um sie zu schützen vor potentiellem Unheil. Möchten sie stark wissen, damit sie allen Herausforderungen und Problemen „gewachsen“ sind.

In der Blogreihe möchte ich ein paar Fragen zu diesem Thema aufwerfen:

  1. Worauf soll unsere Tochter eigentlich vorbereitet sein?
  2. Was wird ihr in ihrem Leben, das anders verlaufen wird als unser eigenes, wirklich weiterhelfen?
  3. Welche Grundlagen und Fähigkeiten braucht sie dafür?
  4. Welchen Beitrag können Gila und ich dazu leisten?
  5. Was dagegen übersteigt einfach unsere Möglichkeiten?

Ich glaube, dass jede Familie für jedes Kind andere Antworten auf solche Fragen finden wird.
Selbst wenn sich die Ziele ähneln, sind doch die Wege andere für jede Familie. Und noch einmal andere für jedes Kind.

Heute fange einfach mal ich an, und erzähle euch von unserem Blick und unserem Weg, den wir in unserer Familie gemeinsam mit Toto gehen.

Unser Familien-Blick in die Glaskugel

Ich würde unsere Familien-Erwartungen von dem, was die Zukunft bringen könnte, als vorsichtig optimistisch bezeichnen.

Gila und ich sprechen als Paar durchaus über Risiken, die unserer Welt heute und in den kommenden Jahrzehnten treffen könnten.
In der Wirtschaftskrise – noch vor Totos Geburt – haben wir zeitweise sogar unsere Nahrungsvorräte aufgefüllt.
Während des sich zuspitzenden Ukraine-Konflikts sprachen wir über die erneute Möglichkeit von Krieg in Europa.
Und als in mehreren Ländern Europas die Rechten bedrohliche Zustimmung gewonnen haben, hat uns das nicht kalt gelassen. Und zumindest im privaten Umfeld haben wir Stellung gegen fremdenfeindliche Äußerungen bezogen.
Auch für die Zukunft sehen wir ökologische und soziale Ungleichgewichte auf uns zukommen, die unser Leben und das Leben unser Tochter beeinflussen werden.

Doch insgesamt prägen diese Sorgen nicht unsere Stimmung in der Familie oder gar unseren „Erziehungsstil“. Wir glauben daran, dass die Kindheit eine kostbare, schützenswerte Phase ist, die geradezu durchtränkt sein sollte von einer aktiven Grundhaltung.

Was wird für unsere Kinder anders sein als für uns?

Auch wenn ich meinen Glaskugel-Blick zu schärfen versuche, sehe ich als Totos Papa für ihre hoffentlich lange Lebenszeit alles verschwommen. In den Jahrzehnten, die vor uns liegen, scheint irgendwie nichts ausgeschlossen. Allerdings vermute ich persönlich, dass sich manche Entwicklungen, die heute erkennbar scheinen, weiter fortsetzen werden.

Als ein Papa, der viel Berührungen mit neuen Technologien hat, denke ich zunächst an die zunehmende Dynamik dieser Entwicklung. Mit den verbundenen Chancen und Umbrüchen. Vor allem die Arbeitswelt wird sich wahrscheinlich durch die zunehmende Automatisierung in einer Weise umgestalten, die wir nur ansatzweise vorhersehen können.

Eng mit der technologischen Entwicklung verknüpft sind immer neue Fertigkeiten, die hinzukommen und ältere Formen von Wissen (ich denke insbesondere an Faktenkenntnisse) in den Hintergrund drängen werden. Hier frage ich mich, ob unser Schulsystem diesen Wandel schnell genug mitvollziehen kann?

Aus der Erfahrung der Wirtschaftskrise von 2008 bleibt bei mir ein nagender Zweifel zurück, ob sich die wirtschaftliche Entwicklung so positiv weiterentwickeln wird, wie es momentan den Anschein macht. Sind tatsächlich alle Warnungen zu bevorstehenden Wirtschafts-Kollaps-Szenarien völlig aus der Luft gegriffen?

Mit der wirtschaftlichen Entwicklung eng verbunden sehe ich auch die begrenzten Ressourcen unseres Planeten. Ich hoffe inständig, dass unsere Gesellschaften Wege finden, trotz begrenzter Ressourcen den Wohlstand zu erhalten und ihn rechtzeitig auch den Menschen in ärmeren Weltgegenden zuteilwerden zu lassen.

Auch wenn ich einige Entwicklungen skeptisch oder kritisch sehe, bin ich grundsätzlich eher ein positiv denkender Mensch, der hofft und glaubt, dass wir alle bevorstehenden Herausforderungen irgendwie meistern werden.
Ich rechne jedoch auch damit, dass wir möglicherweise in einer Übergangszeit leben, in der die Umbrüche für viele Menschen sehr schwer werden könnten. Und natürlich wünsche ich mir für meine Tochter, dass sie ein erfülltes und glückliches Leben führen kann.

Was also bedeutet es für unsere Kinder, was heißt es insbesondere für meine Tochter, wenn Teile meiner Glaskugel-Vorhersagen eintreffen? Welche Stärken braucht ein Mensch in einer möglichen Umbruchszeit, um gut durchs Leben zu steuern?

Was findet ihr in den weiteren Posts dieser Reihe?

In meinem nächsten Post erzähle ich euch, welche Stärken wir in unserer Familie besonders wichtig finden für unsere Tochter – und warum wir sie wichtig finden.
In den darauf folgenden Posts konzentriere ich mich auf einige dieser Stärken und plaudere ein bisschen darüber, was wir dazu denken und tun, damit Toto sie vielleicht leichter entwickeln kann.
Und in den abschließenden Posts möchte ich auf unsere gefühlten Grenzen als Eltern eingehen und euch fragen, welche Stärken ihr für eure Kinder wichtig findet, warum ihr sie wichtig findet, und was das für euer eigenes Familienleben bedeutet.

Bis dahin freue ich mich über alle Rückmeldungen, Gedanken, Einwände, Ideen und Tipps, die euch zum „Starkmachen“ einfallen.

Und euch wünsche ich schon mal ein wunderbares Wochenende!

Andreas

 
Schaut euch doch auch meine anderen Posts unserer Blogreihe  „Wie wird mein Kind stark fürs Leben?“ an:
Wie du die Kreativität und Anpassungsfähigkeit deines Kindes fördern kannst
4 Stärken, die Kinder von heute brauchen
3 Dinge, die Kinder brauchen, um Urvertrauen zu entwickeln

Die Wäsche bleibt schon mal liegen – Haushaltsgeständnisse einer Mama

Ich bin eine Mama mit Mann und zwei kleinen Kindern im Alter von 4 und 6 Jahren. Wir wohnen in einer überschaubaren Dreizimmerwohnung in München, die aus allen Nähten platzt, weil Kind und Kegel immer größer (Kinder) und mehr (Spielsachen) werden. Da sollte man meinen, der Schmutz bekäme immer weniger Spielraum. Aber denkste!

Wie schaffen das nur andere Mütter?

Das mit dem Haushalt ist schon ein Phänomen: Es gibt immer so unglaublich viel zu tun! Und ich komme einfach nicht hinterher. Manchmal machen mich diese Haushaltsdinge ganz wahnsinnig! Im Gespräch mit Freundinnen und anderen Müttern höre ich dann meistens diesen einen Spruch (vermutlich soll er mich beruhigen): „Du, denk Dir nix, bei mir bleibt die Wäsche auch mal liegen…“. Aha. Die Wäsche.
Ich hab schon das Gefühl dieser Spruch verfolgt mich, so oft höre ich ihn. Vielleicht ist es ja gerade „in“ „die Wäsche liegen zu lassen“, weil es uns vermittelt, diese coole Mama ist so locker-entspannt und lässig, dass sie sogar mal über den Wäscheberg hinwegsieht. „Du, die ist voll locker. Bei der bleibt schon mal die Wäsche liegen, weißte.“ „Echt?“ „Ja, voll entspannt, ey!“

Entspannung durch Wäscheberge?!

Folglich müsste ich auch voll entspannt sein. Denn bei mir bleibt die Wäsche auch liegen, und zwar bis Ultimo! So lange bis meine zwei Kinder keine Hosen und Unterhosen mehr anzuziehen haben, dann ergreift mich die Panik. Die Waschmaschine wird vollgestopft bis nix mehr reingeht („Mist, dabei wollte ich doch die weiße Bluse noch… aber nee, lieber Unterhosen!“) und direkt im Anschluss werden die frisch gewaschene Kinder-Jeans mit ein oder zwei Unterhosen (ebenfalls frisch gewaschenen, versteht sich…) auf der Heizung platziert, damit die Kinder am nächsten Tag nicht stinkend im Kindergarten herumlaufen müssen. (Ja, ich bin eine gute Mutter!) Vom Bügeln will ich gar nicht reden (steht schon lange ganz oben auf der ToDo-Liste!).

Nur die Wäsche?!

Demnach bin ich GROSSMEISTER im Wäscheliegenlassen! Entsprechend müsste ich voll entspannt sein, so wie die anderen Mütter… Nur, auf die Entspannung warte ich immer noch.
Möglicherweise liegt es daran, dass bei mir nicht nur die Wäsche liegen bleibt. Es sind die Fenster (regnet es draußen oder ist das… äh, Dreck?!), der Boden, der gewischt werden müsste (Gottseidank haben wir nur drei Zimmer, sonst hätten wir noch mehr ungewischte Böden!), die Betten, die frisch bezogen werden sollen, der Backofen in der Küche (die Krümel vom vorletzten Mal backen und das verkohlte Pommes von vor x Tagen…hoppala), die Badewanne (zählt fast nicht, da quasi selbstreinigend, wenn die Kinder drin sitzen; inklusive Fenster daneben – Dank der Wasserpistolen!), und der Staub auf den Schränken (die Spinnenweben sind aber neu…) und und und… (Aufzählung nicht komplett!)
Bei mir ist es leider nicht nur die Wäsche, die liegen bleibt. Aber wenn das meine Freundinnen oder auch berufstätige Promi-Mütter in Interviews von sich preisgeben, dann klingt das so, als würden sie alles andere ohne Probleme schaffen – nur eben nicht die Wäsche, die bleibt halt liegen!

Heute bleibt die Waschmaschine aus.

Wäsche geht nicht! Der Rest ein Kinderspiel?!

Aber vielleicht tue ich diesen Frauen auch Unrecht und der Spruch „Die Wäsche bleibt schon mal liegen“ steht nur als Platzhalter für die vielen anderen Dinge im Haushalt, die auf der Strecke bleiben.
Bei mir ist es jedenfalls so: Staubgesaugt wird bevor der Besuch kommt und die größten (und offensichtlichsten) Schmutz-Baustellen werden noch schnell beseitigt, damit sich die Gäste wohl fühlen.
Aber es geht auch anders, wie ich gehört habe: Manch Mutter bleibt lieber zuhause und schrubbt in Ruhe den Boden, während der Rest der Familie einen Ausflug ins Grüne macht.
Ich hab es zwar auch lieber sauber daheim – aber dafür gemeinsame Familienzeit opfern? Lohnt sih das?
Und ich erinnere mich auch an eine Szene im Drogeriemarkt, in der eine Mutter ihr kleines Mädchen – nachdem es sich trotzend bäuchlings auf den Boden geworfen hatte – von oben bis unten mit Sagrotanspray eingesprüht hatte (inklusive Gesicht).
Okay, das ist extrem. Und auch etwas anderes als ein staubiger Boden in der Wohnung. Dennoch halte ich es für übertrieben.

Da steh ich doch lieber dazu – ein bisschen Schmutz schadet nicht!

 
Liebe Grüße aus der Haushalts-Ecke (ich geh dann mal bügeln…) 😉
Eure ideas4parents – Romy
 
Und? Bleibt bei euch zuhause auch mal was liegen?
Und wie schafft ihr es Kinder, Job und Haushalt unter einen Hut zu bekommen, ohne dass die Wäsche auf der Strecke bleibt?! 😉
 

Blogparade – „Was ich als Mama gerne besser machen würde“ oder „Die Laster einer Mama“

authentizitätWenn ich mir die Beiträge der anderen Mamas und Papas so durchlese, was sie als Eltern gerne besser machen würden, dann erkennt man eine eindeutige Tendenz: Die meisten sind nicht zufrieden damit, wie sie sich als Mutter und Vater ihren Kindern gegenüber verhalten. Zu Recht? Oder gehen sie zu hart mit sich ins Gericht?
Die Zeitschrift „leben & erziehen“ hat mit dem Motto #ichwürdegerne – „Was wir als Eltern gerne besser machen würden“ – zur Blogparade aufgerufen. Auch ich habe mir aufgrund dessen ein paar Gedanken zu meinem Mama-Dasein mit zwei Söhnen im Alter von 3 und 5 Jahren gemacht. Seht, was dabei herausgekommen ist…
 

Nicht NEIN sagen können

Stimmt eigentlich nicht ganz, ich kann schon „nein“ sagen, aber ich ziehe es nicht immer konsequent durch. Ich bin manchmal zu träge und zu harmoniebedürftig, dass ich schließlich doch nachgebe: „Also gut, ausnahmsweise! Aber nur zehn Minuten Fernsehen!“. Oder ich mache im Vornherein gleich mit mir aus „Heute dürfen die Kinder iPad-spielen, im Bad mit Wasser spielen, verschwenden und verschütten, auf dem Sofa herum hopsen, sich die Hände mit Wasserfarbe anmalen (obwohl es nicht mehr richtig runtergeht, dabei ist es doch WASSERfarbe! Argh!). Ganz ohne Wenn und Aber und total entspannt!“
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Aber dazu meint der Papa: „Sowas geht doch nicht! Diese Sauerei! Pure Verschwendung! Da muss man doch NEIN sagen können!“
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Und dennoch rede ich mir ein, dass man auch mal etwas inkonsequent sein darf und lege das dann als Großzügigkeit, Toleranz oder Duldsamkeit aus (ja, dieses Wort gibt es tatsächlich). Aber ist das auch richtig so?
Und Apropos iPad und Fernsehen, da schlittern wir ja direkt ins nächste Laster…
 

Dem Medienüberfluss nicht widerstehen können

Ich habe zwar (noch) kein Smartphone (kann man kaum glauben, hm?), aber dafür hat mein Mann eines und ich besitze ein iPad. Das sind wunderbare Spielzeuge und so unglaublich praktisch, wenn man mal mit den Kindern unterwegs ist und im Restaurant lange aufs Essen warten muss. „Eure Kinder sind ja so brav!“ Haha, ja, solange das iPad Strom hat schon!
Ich bekomme allerdings ein schlechtes Gewissen, wenn ich dann Eltern höre, deren Kinder wirklich gar nicht Fernsehen und auch nie das Smartphone der Eltern in den Händen halten dürfen. Kinderserien wie „Bob der Baumeister“, „Pumuckl“ oder „Heidi“ kennen sie zwar auch, aber eben vorbildlich nur aus Büchern oder als Hörspiel.
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Meine Kinder dürfen da schon mal ausgesuchte Kinder-DVDs aus der Bücherei ansehen, denn, wenn der Tag anstrengend war, dann ist das sooo entspannend, sich mit den Kindern einfach auf die Couch zu hocken und sich ein wenig berieseln zu lassen. Aber dann kommt das schlechte Gewissen: „Du machst es Dir aber einfach, Du Mutter! Spiel gefälligst mit den Kindern oder lies vor, jetzt! Statt seltsame Zeichentrickserien wie „Oktonauten“ anzusehen!“ Jaja, immer dieses olle schlechte Gewissen…
 

Wenn Du brav bist dann…

Das ist auch so ein Laster von mir und meinem Mann. Das hat sich leider leider eingebürgert, dass wir die Kinder belohnen, wenn sie brav waren. „Ja, Du warst brav, Du darfst eine Süßigkeit essen.“

Na, hast Du Dir ein Leckerli verdient??
Na, hast Du Dir ein Leckerli verdient??

Oder eben nicht belohnen, wenn sie nicht brav waren. „Nein, heute nur eine ganz kurze Gutenachtgeschichte, Du warst nicht so brav.“ Oder schon im Vornherein klarstellen: „Wenn Du brav bist beim Einkaufen, dann darfst Du Dir nachher was Kleines im Spielzeugladen aussuchen.“ Macht das Sinn? Ich hätte manchmal gerne eine andere Möglichkeit an der Hand, die Kinder dazu zu bringen, das zu tun, was ich möchte. Denn eigentlich will ich es als Mama schaffen, dass die Kinder sich so benehmen, wie ich es möchte, weil sie es selber möchten… Nur, das klappt leider nicht immer.
 

Ungerechtigkeit unter den Geschwistern

Zwei Söhne im Kleinkindalter, aber trotzdem unterschiedlich im Wesen und Handeln und doch irgendwie gleich. Da kann es schon mal Meinungsverschiedenheiten geben. Zum Beispiel darin, was gespielt wird, wenn die Mama mal Zeit und Lust dazu hat. Der Kleine will Obstgarten spielen, dem Großen ist das aber zu babymäßig und will ein Feuerwehr-Spiel spielen, dafür ist aber der Kleine noch zu klein. Was also tun? Ich entscheide mich, dass ich erst mit dem Kleinen Obstgarten spiele und danach mit dem Großen Feuerwehr. Der eine freut sich, der andere fängt zu weinen an. Frage ich den Kleinen daraufhin, ob ich erst mit dem Großen spielen darf, dann läuft es umgekehrt.

Feuerwehr versus Obstgarten. Das Battle ist eröffnet...
„Feuerwehr versus Obstgarten“ – Das Battle ist eröffnet…

Bis wir uns schließlich alle streiten und ich genervt bestimme „Dann spiele ich eben mit keinem von Euch!“ Auch keine Lösung.
Ich wäre also gerne gerechter zu den Jungs, aber ich weiß nicht genau, wie ich das anstellen soll. Oder gehört es vielleicht dazu, zum Leben, solche Situationen als Eltern und als Geschwister auszuhalten?
 

Die Langeweile der Kinder aushalten

Apropos „aushalten“: Es heißt ja, man solle die Kinder nicht immer bespaßen, sondern müsse die Kinder auch mal der Langeweile aussetzen. Denn laut Psychologen beflügelt Langeweile unsere Phantasie und steigert die Kreativität. Ja, das klingt gut, ich will unbedingt die Kreativität meiner Kinder fördern. Und wenn es so einfach geht, also einfach nichts tun, super! So die Theorie.

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Kein Spielzeug, nein, absolut gar nix zum Spielen da!

„Mama, mir ist so langweilig!! Was soll ich nur tun!“ „Mama, was können wir machen?“ Oh, immer diese Maulerei! Und dann antworte ich: „Kinder, wir haben so viele Spielsachen! Das ganze Kinderzimmer ist voll davon! Macht einfach mal eine Schublade auf!“ „Och nö, das ist alles langweilig, Mama! Und ich will nicht alleine, ich will was mit DIR spielen!!“ Herrje… Das wirkt auf mich wie ein Vorwurf, als würde ich meine Kinder vernachlässigen. Also breche ich oft ein: „Na gut, bevor Du mich die ganze Zeit volljammerst, in fünf Minuten komme ich, dann können wir was spielen oder lesen.“ Aber wo bleiben jetzt Phantasie und Kreativität? *Seufz*, nie kann man es allen recht machen…
 

Und ich meine, da liegt auch genau der Hund begraben:

Man kann es nie allen recht machen. Und so zermürbend wie dies auch manchmal ist, so lässt es einen vielleicht etwas milde stimmen mit sich selbst. Als Eltern wollen wir doch nur das Beste für unsere Kinder und sind ständig auf der Suche nach Wegen dies zu bewerkstelligen. Und manchmal sieht man dabei gar nicht mehr, wie viele Dinge im Alltag mit den Kindern eigentlich richtig gut laufen!
Daher bin ich der Meinung, dass man uns Eltern durchaus mal auf die Schulter klopfen und sagen darf „Gut gemacht! Weiter so!“. 🙂
Ein herzliches Dankeschön an das Redaktionsteam von „leben & erziehen“ für dieses spannende Blogparaden-Thema!
Und wie ist das mit Euch? Würdet Ihr auch gerne als Mama oder Papa etwas besser machen?Merken

Meine 3 Dont's and Do's für freies Malen bei Kindern

Freies Malen bei Kindern – was können wir als Eltern bereit stellen, damit Kinder die Gelegenheit, aber nicht den Zwang haben, zu malen? Als Kind habe ich, soweit ich mich erinnern kann, nicht besonders gern Picasso gespielt. Erst in meiner späten Jugend habe ich schwarze Naturbilder und bunte Städte gemalt und mit Ölfarben und Zeichenkohle experimentiert.
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Wie können Kinder selbst das Malen für sich entdecken oder es auch früher oder später sein lassen, je nach ihrer Neigung? Gestaltest Du gern mit Kindern oder ist das für Dich eine Pflichtübung?

Malentwicklung ab 0 Jahren

Zuerst ein stark vereinfachter Streifzug durch die Malentwicklung von Kindern: Kinder beginnen mit dem Spurschmieren im Sand, im Schnee, im Essen und in der Erde. Je nachdem, wie schmutzig oder auch klebrig die Materialien sind, kostet es uns Erwachsene manchmal Überwindung dieses Schmieren zuzulassen.
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Mit Sprühsahne oder Rasierschaum (Achtung orale Phase: möglichst nicht schlucken) auf einer vorbereiteten abwischbaren Unterlage können Kinder drinnen in einem begrenzten Rahmen matschen. Draußen sind Experimente mit Wasser und Sand bzw. Wasser und Erde beliebt.
Bis ca. 3 Jahre kritzeln Kinder mit Strichen, Kreis- und Spiralformen. In einem Zeitraum von 3 bis 5 Jahren entsteht der Kopffüssler, ein Kreis mit Fühlern. Zunehmend werden mehr Details gezeichnet, Szenen und Geschichten folgen. Die Röntgenbilder lassen zum Beispiel einen Blick in das Innere eines Koffers zu. Vielleicht kennt ihr auch die Wimmelbücher, die das Innenleben eines Hauses zeigen. Statt richtigen Größenverhältnissen bilden Kinder ihre innere Realität ab. In einem Zeitraum von 8-12 Jahren werden die Größenverhältnisse realistischer, ab ca. 10 Jahren taucht die dritte räumliche Dimension in den Bildern auf. Die Angaben der Phasen sind Richtwerte. Wer Kinder hat weiß: Phasen sind zum Verweilen oder auch zum Überspringen da.

Beim Malen den Körper erfahren

Zunächst brauchen Kinder keine besonderen Techniken, sondern die Möglichkeit, selbst Erfahrungen zu machen, mit Fingerfarben oder Stiften, die entsprechend ihrer Motorik gut in der Hand liegen. Kinder beginnen mit dem sogenannten Faustgriff zu malen, mit etwa 4-4,5 Jahren entwickeln sie den Dreipunktgriff. Dicke Stifte oder Wachsmalblöcke eignen sich gut für den Faustgriff. Wer keine dicken Stifte hat, kann sie mit einer Schaumstoffisolierung verdicken. Wenn Kinder mit dem Malen beginnen, geht es auch oft um die Körperbewegungen, die sie erleben, im Handgelenk oder im Ellbogen- und Schultergelenk. Wie viel Förderung beim Malen ist eigentlich nötig? Oder was stellen wir als Eltern zur Verfügung, damit sich unser Kind selbst fördern kann?
Dies führt uns zu meinen Do’s und Dont’s beim Malen mit Kindern.

Meine Dont’s beim freien Malen mit Kindern (selbst getan oder bei anderen erlebt)

1. Don’t: Ergebnis loben

„Das sieht toll aus“ und „das kannst Du gut“. Bestimmt lobe ich auch mal so, lobe aber lieber, wenn ein Kind etwas ausdauernd versucht, obwohl es schwierig ist. Warum? Ich wünsche mir, dass mein Kind auch unabhängig von Lob und Belohnung handeln kann. Kinder, die es gewohnt sind, gelobt zu werden, fragen „Ist das schön?“ Ich frage gern zurück „gefällt es Dir?“ oder ich lobe den Prozess „Das hat Dir Spaß gemacht.“

2. Don’t: Zuviel Worte sagen

Pst. Natürlich habe ich mich auch schon unterhalten, während mein Kind malt, aber es entsteht eine besondere Atmosphäre, wenn dazu nicht gesprochen wird. Später, wenn Kinder Szenen und Geschichten malen, reden Kinder oft selbst, aber auch hier halte ich mich als Erwachsener mit eigenen Worten lieber zurück.

3. Don’t: Bild interpretieren

Ist ein Kind zurückhaltend und verschlossen, weil es keine Tür in ein Haus einzeichnet? Auf Nachfrage, warum das Haus keine Tür hat, haben Kinder oft eine einfache Antwort für die Psychologen unter uns: „Die Tür ist auf der anderen Seite vom Haus, deswegen sieht man sie nicht.“ oder „warte, die male ich noch.“
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Meine Do’s beim Malen mit Kindern

1. Do: Geeignetes Material zur Verfügung stellen

Fingerfarben oder dicke Stifte, wie Wachsmalblöcke mit Papier anbieten. Dünne Stifte, die bereits viel Kraft erfordern, eignen sich vielleicht noch nicht. Wer Lust auf mehr Gestaltung hat, kann Straßenkreiden, Window Colours, Schwämme, Pinsel und Pipetten bereitstellen. Kinder können mit verschiedenen Maltechniken, wie „nass in nass“, mit Wachs oder mit Zuckerkreide experimentieren. Manchmal geht es mehr um die Bewegung von Handgelenk, Ellbogen und Schulter als um das Malen selbst. Also fangen wir doch einfach mit wenig Material an.

2. Do: Fragen zum richtigen Zeitpunkt

Kinder, die bereits Gegenstände und Geschichten malen, sprechen auch mal gern über ihre Bilder. Fragen nach dem Malen stellen, nicht während des Malens. Die Fragen sind offen und ohne Vorinterpretation, z.B. wie geht es Dir auf dem Bild?

3. Do: Her mit den schwarzen und dunklen Stiften

„Das ist aber düster“ sagte eine Erwachsene zu einem Kind, das sich für die Farbe schwarz entschieden hatte. Warum müssen Kinderbilder immer bunt sein? Ist die Trauerfarbe ein Tabu? Dementsprechend könnten andere Kulturen kein weißes Papier verwenden, weil dort weiß als Trauerfarbe gilt. Toto hat vor kurzem mit schwarzer Zeichenkohle gemalt und dazu gesagt: „ui, das ist schön“. Ich habe in diesem Moment nicht nachgefragt, was ihr daran so gut gefällt, weil sie so vertieft war und ich den Malprozess einfach nur miterleben wollte.
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Authentizität

Müssen Eltern mit ihren Kindern malen? Mal Unlust seinen Kindern mitzuteilen ist nur echt. Eltern müssen nicht malen, wenn sie mit Stift und Papier ein Angebot für die Kinder machen. Dennoch, wer sich als Erwachsener hin und wieder von der Begeisterung der Kinder anstecken lässt, verabschiedet sich für einen Moment von alten Glaubenssätzen, wie „Malen hat mir nie gefallen“ und entdeckt vielleicht das Experimentieren mit Farbe noch einmal neu, wie beim Zauber eines Neubeginns.
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5 Ideen, Kindern gesundes Essen anzubieten oder Mut zur Lücke

Mein Verhältnis zum Thema gesundes Essen für Kinder hat sich dank meiner Tochter entspannt. Leider geht das nicht allen Kindern und Eltern dieser Erde so. Für viele ist das ein Kampf ums Überleben. Für was kämpfen wir hier eigentlich, wenn es nicht ums Überleben geht? Essen unsere Kinder wirklich so ungesund oder machen sie es einfach nur unserer Vorstellung von gesunder Ernährung nicht recht? Versagen wir Eltern, wenn die Kinder anders essen, als wir es für sie vorsehen?
Andrea bloggt auf „Kinderalltag“ über das Leben mit drei Kindern und hat zur „Haps – Die Schmakofatz-Blogparade!“ eingeladen. Sie möchte wissen:

  • Wie bringt Ihr Eure Kinder dazu, das zu essen, was gut für sie ist?
  • Wie sehen die Lieblingsgerichte Eurer Kinder aus?
  • Was bewegt Euch rund um die Ernährung?

Die Tochter, die mit drei Jahren eine dreiviertel Pizza essen konnte, wollte zwei Jahre lang alles Mögliche tun, außer essen. Dank dem spanischen Kinderarzt Gonzales habe ich gelernt, dass der Übergang von Beikost zu nennenswerten Essensmengen unterschiedlich lange dauert. Heute versinkt die Tochter mit Hingabe in ihrem Reis, wenn sie nicht gerade unbedingt spielen muss.
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Was brauchen Kinder für eine gesunde Entwicklung?

Eltern fühlen sich verständlicherweise für die Ernährung ihrer Kinder verantwortlich, weil sie sich ein Kind wünschen, dass sich in seiner Haut wohl fühlt und gesund ist. Aber Ernährung ist nur ein Teil der Gesundheit. Spiel, Bewegung, Schlaf, Gefühle, die ernst genommen und begleitet werden und liebevolle Kontakte zu Menschen halten Kinder auch gesund.
Was ist denn für Kinder eine gesunde Ernährung? Manche Kinder frühstücken gern, andere essen zum Frühstück wenig oder nichts. Ich schlage vor, wir finden gemeinsam mit unseren Kindern heraus, was zu ihrem Typ und zu unserer Familiensituation passt. Wir sind hier in der glücklichen Situation, dass wir eine Menge an unterschiedlichen, gesunden Lebensmitteln zur Verfügung haben, die wir unseren Kindern anbieten können. Auch wenn sie nicht alles mögen, die Auswahl ist so groß, dass alle Komponenten auch durch wenige Lebensmittel abgedeckt werden können.

Gemüse anbieten, aber wie?

Zunächst einmal reicht es doch, mit ein bis zwei Gemüsesorten anzufangen, die gerne gegessen werden. Bei uns gelten Kartoffeln auch als Gemüse. Tomaten sind bei uns beliebt, meistens. Gurkenscheiben könnte ich mir auf mein Gesicht legen, aber nicht auf den Teller der tollen Tochter. Trotzdem biete ich Gurke immer wieder an, ohne Erwartung. Und wenn gar kein Gemüse gegessen wird? Dann vielleicht Obst?
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Obst essen, aber wie?

Smoothie, roh, gekocht? In Essenslaune wird schon mal gekaut, in Spiellaune muss es schnell gehen mit einem Smoothie.

Weder Obst noch Gemüse? Noch Salat?

Laut dem Kinderarzt Renz-Polster konnte bisher keiner feststellen, dass sich Gemüse- und Obstverweigerer schlechter entwickeln als andere Kinder. Es ist eine Phase und kann vorüber gehen. Die Tochter sagte vor kurzem aus heiterem Himmel beim gemeinsamen Mittagessen zu mir: „Wenn ich groß bin, esse ich Salat.“ Alles zu seiner Zeit.

Rohes oder gekochtes Essen?

Lieber roh als gekocht? Kluge Kinder. Die Enzyme in Lebensmitteln sind hitzeempfindlich, daher nehmen Kinder in Rohkost Vitamine und Mineralstoffe besser auf. Eure Kinder essen gern gekochtes Essen? Auch klug, gekochtes Essen ist leichter zu verdauen und wärmt.

Zucker?

Bei Zucker bin ich sparsam, den Zähnen zuliebe und zugunsten der Nährstoffe in anderen Lebensmitteln. Unser Ausnahmetag vor kurzem: Bei schönem Wetter haben wir das Mittagessen ausfallen lassen, ein großes Eis gegessen, draußen mit einer Spielplatzfreundin gespielt, getobt, gelacht und uns damit auch gesund gehalten.
Was die deutsche Gesellschaft für die Ernährung für Kinder empfiehlt, könnt ihr hier nachlesen. Die Amerikanische Gesellschaft für Ernährung (Academy of Nutrition and Dietetics) ist z. B. im Gegensatz zur Deutschen gegenüber einer veganen Ernährung positiv eingestellt. Wenn sich die Experten schon nicht einig sind…

5 Ideen für eine familienfreundliche Küche

1. Verteile alles über eine ganze Woche

Ich biete jeden Tag gesunde Lebensmittel aus verschiedenen Bausteinen an. Toto hat an manchen Tagen mehr Hunger auf Kohlehydrate, an anderen mehr auf Eiweiß. Von empfohlenen Lebensmittelmengen habe ich keine Ahnung. Ich lasse mich von den Vorlieben der Tochter, von der Saison, meinem Kühlschrankinhalt und von unserer Kultur beeinflussen.

2. Bemerke Deinen Erwartungsdruck

Wird Brotzeit mitgegeben und nicht gegessen, fragen Mamas gern ihr Kind, warum es nicht gegessen hat. Stellt euch vor, ihr bietet eurem Besuch Erdnüsse an und sagt am Ende, Du hast ja gar nichts von meinem Tellerchen gegessen. Da bieten wir doch auch ohne Erwartung an, warum nicht auch unseren Kindern?

3. Vereinfache Deine Küche

Schmetterlingsnudeln, Tomatenmark und Olivenöl ist ein Lieblingsgericht der Tochter. Um dem Gericht mehr Nährstoffe zu verleihen, gibt es Vollkornnudeln. Wenn diese nicht beliebt sind, vielleicht wenige Vollkornnudeln mit hellen Nudeln mischen und nach und nach steigern? Oder helle Nudeln aus Kichererbsenmehl oder rote Nudeln aus Linsenmehl verwenden. Oder der Sauce Gemüse, wie Kartoffeln, Kürbis, Süßkartoffeln beimengen und alles zur (Tomaten)sauce pürieren? Hackfleisch, Tofu oder Sojaschnetzel anbraten oder extra Mozzarella anbieten? Extra Mozzarella geht bei uns mittlerweile fast immer. Bei mir gibt es auch mal zwei bis drei Tage am Stück Nudeln. Wir nennen das dann Nudelwoche. Toto liebt es.

4. Wer nicht probiert, riecht zweimal

Wir haben ein Familienspiel. Wird ein Essen nicht probiert, riecht die Tochter daran, aber zweimal. Manchmal sagt sie, dass sie es nicht mag, dann riskiert sie hin und wieder einen Happen. Vor kurzem sogar Sauerkraut. Wer einmal probiert, probiert ein zweites Mal. Wenn es dann immer noch nicht schmeckt, wie beim Sauerkraut, wird es nicht gegessen. Dennoch finden wir Eltern den Versuch, etwas Neues zu probieren, toll.
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5. Reduziere alle unnötigen Anforderungen

Muss Mittagessen immer warm sein? Muss es mindestens einmal am Tag etwas Warmes geben? Wir lieben die Abwechslung. Wenn es mal nichts Warmes an einem Tag gibt oder schon Pizza zum Frühstück oder Eis zum Mittagessen überleben wir das. An anderen Tagen gibt es zweimal warmes Essen, einfach, aber warm. Oder es gibt zur Brotzeit nur Obst oder Gemüse. In unserem Fall ist es so, wenn es regelmäßig, aber nicht zwanghaft Obst und Gemüse gibt, kommt es an. Ob das so bleibt, wissen wir nicht. So spannend sind die Kinder.
Wie bietest Du Deinem Kind Gemüse an? Unter Gemüse für Puppen oder 8 Tipps für Gemüse in der Ernährung findest Du ein paar Ideen.
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Eltern und Kinder voller Ratschläge – annehmen oder sich selbst vertrauen?

Ratschläge sind willkommen oder auch nicht. Welche Erfahrungen hast Du mit „guten Ratschlägen“? Zu diesem Thema hat der Blog Papaleaks eine Blogparade gestartet: „Mein Kind kann das schon alleine“. Seine Fragen sind: Wie geht ihr mit Ratschlägen um? Seid Ihr vielleicht jemand der anderen gern aus seinem Erfahrungsschatz Ratschläge erteilt? Was haben Eure Kinder von ganz alleine gelernt und gewollt und wo „musstet“ Ihr „nachhelfen“?
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Ich glaube daran, dass sich Kinder in einer anregenden Umgebung entwickeln und vieles von alleine lernen. Warum leisten Menschen manchmal ungefragt „Beistand“? Was unterscheidet mich von Ratgebern? Was habe ich mit Ratgebern gemeinsam?

Warum beraten Menschen?

Was sagt mir die Person, die mich berät, über sich selbst? Vielleicht möchte die Person ihre Erfahrung mit mir teilen. Oder sie berät und hilft gern, auch ungefragt. Vielleicht glaubt die Person, sie hat eine gute Lösung gefunden und möchte diese weiter geben. Vielleicht glaubt sie aber auch, ich mache es „falsch“ und sie „richtig“. Bei Großeltern und Freunden kann es weh tun, wenn wir den Rat zurückweisen. Jemand wollte „helfen“ und wir Eltern lehnen die Hilfe ab.

Worin ich mich von Ratgebern mit Ratschlägen unterscheide

Was andere meinem Kind und mir manchmal nahe bringen wollen, entzieht sich meiner Logik. Mein Kind ist keine allgemeingültige Gleichung. Was für Kind x gilt, muss nicht für mein oder ein anderes Kind x gelten. Ratgeber stellen mich manchmal vor unlösbare Gleichungen, weil das, was sie sagen oder glauben, meiner Meinung nach für kein Kind gilt.

Was ich mit Ratgebern gemeinsam habe

Wenn es nicht fremde „Berater“ sind, die sich selbst gern reden hören, wollen wir alle ein Kind, das im Leben klar kommt. Oder die „Mentoren“ wünschen sich, dass wir Eltern gut mit unserem Kind leben können, weil wir ihnen etwas bedeuten.
Wo gebe auch ich Hinweise oder Ratschläge oder lasse mein Kind nicht nur alleine etwas tun, obwohl mir mein Kind und seine Selbständigkeit sehr am Herzen liegt?
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Woran ich als Mama arbeite

Selbständigkeit

Auch ich ertappe mich regelmäßig dabei, mein Kind nicht allein machen zu lassen und die Geduld von uns Eltern zu schonen: Die Tochter möchte aus der vollen Milchtüte Milch in eine kleine Schale einschenken oder die Cornflakes in Milch ertränken und dabei aus Versehen ein Kleopatra Milchbad produzieren. Was stelle ich zur Verfügung, damit mein Kind es doch alleine kann? Ich baue später eine Gießstation auf, mit einem leeren Milchkarton, den ich mit Wasser fülle. Noch einmal davon gekommen, in dieser Sache. Wenn alle Situationen so leicht zu lösen wären…
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Sicherheit

Klar, ich kann mein Kind das erste Mal nicht allein über die Straße laufen lassen. Vor was sollte ich die Tochter schützen oder lieber nicht schützen, damit ich sie nicht um wertvolle Lebenserfahrung bringe? Die Frage stelle ich mir immer wieder und die Antwort fällt entsprechend der Situation immer wieder anders aus.

Schutz vor Anderen

Ich mische mich auch manchmal ein und sage jemanden, dass die Tochter das schon allein kann. Aber kann sie das nicht selbst, wenn es sie stört? Zum gegebenen Zeitpunkt wird sie es können, wenn ich sie lasse.

Mehr Hilfe als nötig

Warum gebe ich der Tochter ungefragt eine Handlungsanweisung? Weil ich z.B. ungeduldig bin oder nicht genügend Zeit eingeplant habe. Das kommt im Alltag vor. Oder es läuft so: Die Tochter ist dabei, einen stapelbaren Einkaufskorb zurück zu bringen. Verkniffen habe ich mir zu sagen, dass sie den Korb umdrehen soll, damit er auf die anderen Körbe passt. Das hat sie nämlich selbst ohne meine Empfehlung herausgefunden.
Hat sich da am Ende ein getarnter Rat an alle Eltern eingeschlichen?
Nein, für mich klingt es wie ein Gebet an etwas Höheres (ohne Missionierung): Lass uns ALLE Eltern immer wieder zum passenden Zeitpunkt die Geduld, den Mut und das Vertrauen aufbringen, Kindern eigene Erfahrungen zu ermöglichen.
 
 

Gemüse für Puppen oder 8 Tipps für Gemüse in der Ernährung

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Mit unseren 8 Tipps für Gemüse in der Ernährung folgen wir dem Aufruf zur Blogparade „Nein mein Gemüse ess ich nicht“ vom Mama Blog „von Herzen und Bunt.“
Die kinderfreundliche Frage lautet: Wird Gemüse überbewertet oder was spricht eigentlich gegen Gemüse?
Die Tochter liebt jedes Gemüse, solange es in der Puppenküche bleibt. Manche Gemüsesorten sind auch zu hinterhältig, vorne noch süß und im Abgang vielleicht bitter. Der Kinderarzt Renz-Polster erklärt das Essverhalten unserer Kinder evolutionär. Süßes und fettes Essen ist nicht giftig und sichert das Überleben, bitterer Geschmack verspricht dies nicht. Kluge, lebenslustige Kinder!
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Was brauchen Kinder neben einer gesunden Ernährung für ihre Entwicklung?

Wir Eltern sind verantwortlich für die Gesundheit unserer Kinder und ein Teil davon ist gesunde Ernährung. Was zählt noch dazu? Aus der Perspektive der Erwachsenen Schlaf, Bewegung, emotionale Gesundheit und soziale Beziehungen. Aus Sicht der Kinder Spiel, Spiel, Spiel und Spiel. Kinder erleben im Spiel alle Gefühle: Sie freuen sich, ärgern sich, sind traurig, haben Angst oder Spaß. Sie spielen allein oder mit anderen, sind geistig oder körperlich in Bewegung und entwickeln dabei seelische, soziale, motorische und kognitive Kompetenzen. So halten sie sich selbst gesund. Für den Rest Gesundheit, wie gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf, sind wir Eltern zuständig. Denn in den Augen der Kinder ist beides überflüssig. Wer schläft oder isst, spielt gerade nicht. Wie können wir als Eltern Gemüse auf den Tisch bringen?
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8 Tipps für gesunde Ernährung mit Gemüse in der Familie

  1. Eine Frage der Definition: Kartoffeln sind auch Gemüse.
  2. Ein Gemüse finden, was grundsätzlich geht, wenn auch nicht immer: Wir verbringen manchmal Tomatenabende, aber erleben auch Tomatenabstinenz über Tage hinweg.
  3. Dankbare Tomatensauce: In der Tomatensauce ein wenig grünes Gemüse, wie Brokkoli mit pürieren. Ob das für die Gesundheit der Kinder nötig ist, weiß ich nicht, aber es beruhigt das gesundheitsbewusste (Mama)herz.
  4. Unauffällige Spuren: Geraspelte Karotten im Reis fallen kaum als Gemüse auf und stört die Geschmacksnerven nicht zu sehr.
  5. Pizzasauce: In der Tomatensauce sorgt eine rote Spitzpaprika für einen leicht süßlichen Geschmack.
  6. Kartoffelsuppe mit Beilage: Blumenkohl, Kürbis, Knollensellerie, Karotte, Lauch…werden mit püriert. Die Tochter braucht dann noch ganze Kartoffelstückchen dazu, sonst ist das alles zu sehr Suppe.
  7. Kartoffelpuffer mit etwas Gemüse: Geriebene Kartoffeln mit gedünstetem, pürierten Gemüse als Puffer in der Pfanne anbraten.
  8. Selbst gemachte Pommes: Geschälte Kartoffeln in Stifte mit Öl einpinseln und ab in den Ofen. Das funktioniert theoretisch! 😉 auch mit Süßkartoffel, Kürbis, Kohlrabi, Karotte…

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Ob und wann Dein Kind mehr Gemüse isst, liegt nicht nur in Deiner Hand als Mama oder als Papa. Eltern bieten Gemüse in verschiedenen Formen an, ohne zu erwarten, dass es tatsächlich gegessen wird. Wir als Eltern leben vor, dass Gemüse auch schmeckt, ohne zu erwarten, dass es unserem Kind schmeckt.
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Dann passiert vielleicht das, womit Du nicht rechnest. Mein Experiment: Ich esse oft neben Toto (Abkürzung für tolle Tochter) eine Karotte. Tatsächlich riskiert sie hin und wieder einen Bissen. Sie hat schließlich erfahren, dass ich die Mahlzeit jedes Mal überlebt habe. Kann ich jetzt Karotte jeden Tag anbieten? Natürlich nicht.
Dafür spielt mein Kind jeden Tag viel, tut etwas für seine emotionale Entwicklung und hält sich damit selbst gesund.
PS.: Weitere Tipps gesucht? In Essen statt meckern – Das liebevolle Ernährungsbuch für mäkelige Kinder*  findest Du mehr.

Machen wir es richtig?

In letzter Zeit habe ich öfter darüber nachgedacht, welche Umgebung ich meinem Kind bieten sollte, damit es sich gut entwickelt, und welche Grundsatzentscheidungen bei der Erziehung sinnvoll sind. Dabei bin ich auf eine Reihe von Folgefragen gestoßen: was ist „gute“ Entwicklung bei Kindern? Ist es die Schaffung von Grundlagen für ein erfülltes Leben (wie sehen die aus?) oder das Entdecken und Fördern von Talenten? Ist es ein Großwerden in dem Gefühl bedingungslos geliebt zu werden und möglichst frei von seelischen oder körperlichen Verletzungen? Die Herausbildung wünschenswerter Charaktereigenschaften und Verhaltensweisen? Und überhaupt: wie groß ist überhaupt der Einfluss der Eltern? Welche dieser vorgenannten Ziele können wir überhaupt unterstützen und liegen in unserer Hand?

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“FreeImages.com/Rafael Marchesini.”

In einem Spiegelartikel las ich beim Nachgehen dieser Frage folgende Aussage: „Die Gene beeinflussen unter anderem das Temperament eines Menschen, seinen Umgang mit Stress und seine Intelligenz, und ob er eher konservativ oder Neuem gegenüber aufgeschlossen, ordentlich oder unordentlich ist.“ (Wenn man genau nach diesem Satz bei google sucht, erhält man übrigens einige Treffer, die nicht ganz sauber zitieren 😉 ). In anderen Artikeln (von dasGehirn.info und Bild der Wissenschaft) wird auf verschieden Einflussfaktoren eingegangen, die das Verhalten und die Entwicklung unserer Kinder bestimmen: Danach scheint der Einfluss von Umgebung/Erziehung und Genetik etwa gleich groß zu sein.
Die Umstände, unter denen unsere Kinder groß werden, lassen sich häufig in Gegensatzpaaren einordnen (z. B. Freiheit vs. Sicherheit, Selbstwirksamkeit vs. Fremdbestimmung) und sind aus meiner Sicht abhängig von unseren eigenen Gefühlsspannungsfeldern (z. B. Verantwortung/Sorge vs. Gelassenheit, beschützen vs. loslassen). Auf Urbia fand ich einen interessanten Artikel zu diesen Spannungsfeldern, mit dem ich mich gut identifizieren kann.
Aber egal wie groß wir unseren Einfluss als Eltern einschätzen, haben wir das Bedürfnis, das Richtige zu tun in der Erziehung unserer Kinder. Kritische (und besserwisserische?) Kommentare anderer Eltern verunsichern uns, denn eigentlich suchen wir nach Bestätigung und dem Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein. Liegt unser Kind an bestimmten Entwicklungsstufen etwas zurück, verunsichert das ebenso. Hier das Selbstvertrauen in sich und die Natur zu behalten (immerhin haben das andere Eltern seit Jahrtausenden schon geschafft), ist nicht immer leicht, wie einfühlsam in einem Artikel von Susanne Mierau beschrieben wird. Letzten Endes denke ich, dass ein beständiges Hören auf das eigene Bauchgefühl und gelegentliches Rat suchen bei den eigenen Eltern gute Wegweiser sind bei der Kindererziehung. Akzeptieren wir einfach, dass wir und andere Eltern jeweils das Beste geben für ihr Kind, und dass das Beste nicht immer gleich sein muss!